"Kirch-Anteil ist auf dem Markt"
Friede Springer gibt WAZ einen Korb

Die Verlegerin Friede Springer schließt ein Zusammengehen des Axel Springer Verlages mit der Essener WAZ-Gruppe kategorisch aus. Sie sagte am Samstag in Berlin: "Wir sind dagegen." Zudem spreche das Kartellrecht dagegen wie auch die Vinkulierung der Namensaktien. Dadurch habe der Aufsichtsrat das Recht, die Übertragung von Wertpapieren zu genehmigen oder zu verweigern. Außerdem "passen die Verlage nicht zusammen".

dpa BERLIN. Friede Springer betonte, sie werde über die Mehrheitsaktionärin, die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, "die Zukunft des Verlages aktiv und auf lange Sicht mitgestalten" und setzte hinzu: "Auch wenn in diesen Tagen wieder einmal, sicher nicht ohne Absicht, anders lautende Gerüchte gestreut werden." Sie empfinde dies als Verpflichtung Axel Springer gegenüber und schloss ausdrücklich ihre Mitgesellschafter Ariane und Axel Sven Springer, Enkelkinder ihres Mannes, ein.

Sie erinnerte daran, dass Springer, der am 2. Mai 90 Jahre alt geworden wäre, die Gefahren, aber auch die Chancen des Fernsehens für die Verlagsbranche "sehr frühzeitig und als einer der ersten erkannt" habe. Jedoch sei es "uns bis heute nicht gelungen, eine maßgebliche Rolle im deutschen Fernsehgeschäft zu spielen. Aber es ergeben sich hier – wie auch im Printgeschäft – immer wieder neue Perspektiven".

Ausdrücklich wies sie den in der Öffentlichkeit geäußerten Vorwurf zurück, der Vorstandsvorsitzende des Verlages, Mathias Döpfner, habe den Stein ins Rollen gebracht, der zum Insolvenzantrag von Kirch Media führte. "Diese Behauptung ist absurd, wenn man sich die bekannt gewordene wirtschaftliche Gesamtsituation der Kirch-Gruppe vor Augen führt."

Die Verlegerin sagte, sie müsse sich keine Sorge um die künftige Aktionärsstruktur machen. Der Anteil von Kirch am Springer Verlag – mehr als 40 % – sei zwar faktisch auf dem Markt, doch es handele sich um eine Minderheitsbeteiligung. Aber "eine Aufstockung meines Anteils um ein paar Prozent kann ich mir gut vorstellen". Ihr strategischer Wunschpartner sei der Kapitalmarkt.

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