Kirch-Media besserte Angebot nicht nach
Fußballrechte: Verhandlungen vertagt

Der Bieterwettstreit um die Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte geht in die nächste Runde. Wegen eines erhöhten Angebots des Kirch-Erzrivalen Herbert Kloiber vertagte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ihre Entscheidung.

Reuters FRANKFURT/ MÜNCHEN. Mit einer Einigung in der laufenden Woche rechnete der Liga-Verband nicht mehr. "Ich kann bestätigen, dass wir unser Angebot erhöht haben", sagte Bernard de Roos, Manager bei Kloiber Schweizer Sportmarketing-Agentur AIM International am Mittwoch Reuters. Eine Summe nannte er nicht.

In Verhandlungskreisen wurde der Betrag von 320 Mill. ? pro Saison genannt. Insgesamt biete der Münchener Filmrechte-Händler etwa 1,3 Mrd. ? für eine Laufzeit von vier Jahren, hieß es in den Kreisen. Die insolvente Kirch-Media besserte dagegen eigenen Angaben zufolge ihre Offerte nicht auf. Mit Blick auf eine endgültige Vergabe der TV-Rechte sagte ein DFL-Sprecher: "Ich glaube nicht, dass diese Woche noch etwas passiert - eher nächste Woche." Die DFL hatte am Dienstagabend nach Beratungen über die Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte eine Entscheidung erneut vertagt.

"Wir sind bei unseren Kondition geblieben", sagte ein Sprecher von Kirch-Media. Die insolvente Kirch-Kerngesellschaft, die die Fußballspiele im Falle eines Zuschlags bei ihren Sendern Sat.1 und Premiere zeigen will, habe ein konstruktives Angebot unterbreitet. Es räume der DFL erhebliche Mitspracherechte ein. In Verhandlungskreisen hieß es, zwar biete Kloiber mehr als die rund 300 Mill. ? pro Saison der Kirch-Media, allerdings ermögliche die Kirch-Media-Offerte der DFL, zentrale Fragen der Bundesliga-Vermarktung - etwa die Gestaltung der Produktion oder den Sendeplatz - mitzubestimmen.

Darüber hinaus bietet Kirch-Media Verhandlungskreisen zufolge der DFL unter anderem eine 25-prozentige Beteiligung an dem Sender Deutsches Sport Fernsehen (DSF) und am Internet-Portal Sport1 an. Über den reinen Kaufpreis der Rechte hinaus handele es sich somit um eine "ganzheitlich angelegte Partnerschaft". Als Laufzeit sehe die Kirch-Media-Offerte die kommenden zwei Spielzeiten vor, beinhalte aber eine Option bis einschließlich der Saison 2006/07. Die DFL hatte am Dienstagabend lediglich mitgeteilt, es hätten sich neue Sachverhalte ergeben. "Wir müssen sichergehen, dass neben den wirtschaftlichen Eckdaten auch die entsprechenden Sicherheiten für die Liga in ausreichender Form vorhanden sind", hatte DFL-Präsident Werner Hackmann erklärt.

Verhandlungskreise: Premiere-Insolvenz ist Drohgebärde

Um die Fernsehrechte ist ein Bieterwettstreit zwischen der insolventen Kirch-Media mit dem Bezahlsender Premiere auf der einen Seite und dem Münchener Filmrechtehändler Herbert Kloiber auf der anderen Seite entbrannt. Premiere-Chef Georg Kofler hatte ausgeschlossen, die Rechte von Kloiber zu übernehmen, falls dieser den Zuschlag erhalten sollte.

Angeblich wollen Kirch-Media und die Kirch Taurus Holding Premiere Schulden von 512 Mil. ? erlassen - allerdings nur, falls die Bundesliga-Rechte weiter bei Kirch-Media liegen. Die Zukunft des defizitären und von der Insolvenz bedrohten Bezahlsenders Premiere hängt damit wesentlich vom Erhalt der Fußball-Rechte ab. Aus Verhandlungskreisen verlautete allerdings, es handele sich dabei um eine Drohgebärde von Kirch-Media. Selbst wenn Kloiber die Senderechte erhalte und Premiere Insolvenz anmelde, könne die Bundesliga noch bei Premiere untergebracht werden. Bislang hatte die DFL die Rechte für das frei empfangbare sowie für das Bezahlfernsehen für die kommenden beiden Spielzeiten an Kirch-Media vergeben, die diese Rechte wiederum an ihre Sender Sat.1 und Premiere lizenzierte. Die mittlerweile zahlungsunfähige Kirch-Media kann die vereinbarten Preise aber nicht mehr bezahlen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%