Kirch stellt Börsenfahrplan in Frage
Einigung von Kirch und EM.TV steht offenbar kurz bevor

Kirch wird die Anteile der Brüder Thomas und Florian Haffa und damit die Mehrheit an EM.TV übernehmen. Der Filmrechtehändler soll sich dann wieder auf sein Kerngeschäft, Handel und Merchandising, konzentrieren.

rtr/cbu/hps/jod MÜNCHEN. Eine Einigung über die Übernahme von EM.TV Merchandising AG durch die Kirch-Gruppe steht nach Angaben aus Branchenkreisen kurz bevor. Es müssten nur noch Details geklärt werden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus Branchenkreisen. Kirch werde die Anteile der Brüder Thomas und Florian Haffa und die Mehrheit an EM.TV übernehmen. Der Filmrechtehändler solle sich künftig auf sein Kerngeschäft, Handel und Merchandising, konzentrieren. Der 50-prozentige Anteil von EM.TV an der Formel Eins Holding SLEC werde von Kirch übernommen und bleibe auch in der Kirch-Gruppe.

Der Kurs der EM.TV-Aktie legte am Neuen Markt im frühen Handel zunächst um über 10 % zu. Gegen 09.40 Uhr notierten die Titel noch um 2,3 Prozent höher auf 19,95 Euro. Der Nemax-50-Index fiel bis zu diesem Zeitpunkt um 1,8 % auf 3 244,57 Punkte.

Kirch stellt den Börsenfahrplan in Frage

Unterdessen erwägt der Medienkonzern eine Verschiebung des Börsengangs der Tochtergesellschaft Kirch Media. Ursprünglich plante das Unternehmen, in dem Kirch das Kerngeschäft mit TV-Sendern (Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1, N 24) und Lizenzhandel konzentriert hat, das Going- Public für das kommende Jahr. "Der Börsengang ist auch zu einem späteren Zeitpunkt vorstellbar. Das hängt davon ab, wie sich die Märkte entwickeln und was wir außerdem vorhaben", sagte Dieter Hahn, Vizechef der Kirch-Gruppe, dem Handelsblatt.

Zu den Gründen für eine eventuelle Verschiebung des Börsengangs der Kirch Media meinte Hahn, zum einen stimme derzeit das Börsenumfeld nicht. Zum anderen müsse abgewartet werden, bis die Vorteile aus der Bildung einer Senderfamilie von Pro Sieben und Sat 1 voll ausgeschöpft werden. Sonst würde bei einem Börsengang "Geld verschenkt". Bei Kirch Media gebe es derzeit keinen besonderen Kapitalbedarf.

Kirch hatte zuletzt gegen Einlage von Milliardensummen mehrere Investoren an seinem Unternehmen beteiligt, unter anderem Rewe, die italienischen Berlusconi-Gesellschaften Fininvest und Mediaset sowie Lehman Brothers. Mit den meisten Investoren sei ein Börsengang bis zum Jahr 2003 vereinbart, sagte Hahn, die rechte Hand von Konzernchef Leo Kirch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%