Kirch-Vize Hahn:
Durchbruch bei Premiere World verschiebt sich

Reuters MÜNCHEN. Der Pay-TV-Sender Premiere World hinkt nach den Worten von Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn erheblich hinter den Planungen zurück. "Der Durchbruch wird sich sicher um ein bis eineinhalb Jahre verschieben", sagte der Vizechef der Kirch-Gruppe in einem am Montag vorab veröffentlichten Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Premiere World habe derzeit weit mehr als zwei Millionen Kunden, die das digitale Angebot abonniert hätten. "Die kritische Größe liegt bei etwa vier Millionen Abonnenten", sagte er. "Wenn sie darüber hinauswachsen, kommen sie auch im Vergleich zu den hohen Anfangskosten dennoch zu einem sehr guten Ergebnis".

Die Kirch-Gruppe hat mehrere Milliarden DM in den Aufbau des Abofernsehens in Deutschland gesteckt. Mit rund 2,2 Millionen Kunden des analogen und des digitalen Angebots Ende vergangenen Jahres hatte Premiere World allerdings die angepeilte Marke von 2,9 Millionen Kunden deutlich verfehlt. Früheren Angaben zufolge soll das Bezahlfernsehen frühestens 2003 operative Gewinne abwerfen.

"Wir haben tatsächlich nicht so viele, wie wir gerne hätten", sagte Hahn zur Kundenentwicklung bei Premiere World. "Aber wir haben in jedem Fall in den letzten eineinhalb Jahren ein substanzielles Wachstum erzielt, was zeigt, dass das Potenzial in Deutschland da ist", fügte er hinzu. Es gebe noch viele Probleme, auch hausgemachte. Das Pay-TV habe noch eine schwierige Phase vor sich. "Insgesamt haben wir aber die Finanzkraft, dies zu bewältigen", sagte Hahn der Zeitung.

An der KirchPayTV, die den Sender Premiere betreibt, sind neben dem Mehrheitseigentümer Kirch Holding (69,75 Prozent) der britische PayTV-Sender BSkyB der australischen News Corp von Medienzar Ruppert Murdoch mit 22 Prozent sowie die US-Investmentbank Lehman Brothers, der US-Vermögensverwalter Capital Research und der saudische Prinz Al Waleed beteiligt.

Beim anvisierten Börsengang der KirchMedia GmbH & Co.KGaA, in der das Fernsehgeschäft und der Rechtehandel zusammengefasst sind, schloss Hahn eine Verschiebung des ursprünglich für 2001 geplanten Listings auch auf das Jahr 2003 nicht aus. "Ich gehe davon aus, dass der Börsengang 2002 oder 2003 stattfinden wird. Das ist mit den Gesellschaftern vereinbart", sagte Hahn der "Süddeutschen Zeitung". Über die genaue Struktur der KirchMedia müsse man noch einmal nachdenken. Die Kirch-Gruppe stehe dabei aber nicht unter Zeitdruck.

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