Kirche und Gewerkschaften ermahnen die Politiker
Sozialverbände: Regierungsbericht "Armutszeugnis" für reiches Land

Die großen Sozialverbände haben die Bundesregierung anlässlich der Vorlage des ersten "Armuts- und Reichtumsberichts" aufgefordert, "der fortschreitenden sozialen Ausgrenzung verstärkt entgegenzuwirken".

dpa BERLIN. Die Ergebnisse des Berichtes seien "ein Armutszeugnis für ein reiches Land", erklärte VdK-Präsident Walter Hirrlinger am Mittwoch in Berlin. Barbara Stolterfoht vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband nannte den Bericht "ein höchst alarmierendes Dokument gesellschaftlicher Spaltung".

Nach dem am Mittwoch im Kabinett vorgelegten Bericht hat sich in der Bundesrepublik die Kluft zwischen Arm und Reich in den vergangenen Jahren weiter vergrößert. Nur zehn Prozent der westdeutschen Haushalte besitzen 42 Prozent des Privatvermögens. Dagegen muss sich die Hälfte der Bevölkerung dort mit 4,5 Prozent des Vermögens zufrieden geben. Im Osten besaß das obere Zehntel sogar 48 Prozent des Privatvermögens.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte konkrete Maßnahmen der Bundesregierung, "um die Verteilung der Vermögen, Einkommen und Lebenschancen zu verbessern". Der Bericht zeige, dass die Inhaber großer Vermögen an der Finanzierung staatlicher Aufgaben unterdurchschnittlich beteiligt seien, sagte die Vize-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer. DGB-Chef Dieter Schulte forderte in der "Leipziger Volkszeitung" eine schnelle Initiative zur breiteren Vermögensstreuung. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, appellierte im DeutschlandRadio an die Politiker, die Schere zwischen Arm und Reich nicht größer werden zu lassen.

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