Kirchgruppe will Sportrechte der ISMM-Gruppe übernehmen
ARD dämpft Erwartungen über Einstieg von Kloiber bei Vermarktungsagentur

Mit Sportrechten wird viel Geld umgesetzt. Entsprechend schwierig gestalten sich die Vertragsverhandlungen zwischen Sportverbänden, Medienkonzernen und Sendern. ARD und ZDF suchen einen Partner für ihre gemeinsame Sportrechteagentur, aber der muss, anders als zunächst verlautet, nicht unbedingt Herbert Kloiber heißen. Die Kirch-Gruppe will ihr Sportrechte-Arsenal ausbauen und die WM-Rechte der ISMM Gruppe übernehmen. Noch sind die Verträge nicht in trockenen Tüchern. Der Weltfußballverband Fifa hat dem Unternehmen eine Frist bis zum 2. Juli eingeräumt.

jgo/rtr/dpa-afx HAMBURG/ZÜRICH DÜSSELDORF. Am Mittwoch dämpften sowohl die öffentlich-rechtlichen Sender wie auch Kloiber selbst Erwartungen, eine Partnerschaft bei Sport 1 stehe bereits fest. "Über den Ausgang der Gespräche mit Herrn Kloiber können wir keinerlei Prognose abgeben", sagte ARD-Sprecher Rüdiger Oppers. Sport A habe Interesse an einem starken Partner. "Der könnte mal Herr Kloiber werden, oder aber auch ein anderer", fügte Oppers hinzu. Dem ZDF zufolge wollen Gesellschafter und Aufsichtsrat von Sport A Mitte Juli weiter über einen möglichen Einstieg Kloibers beraten. An Sport A sind ARD und ZDF je zur Hälfte beteiligt.

Das "Handelsblatt" hatte am Mittwoch berichtet, Kloiber stehe kurz vor dem Einstieg bei Sport A. Am Dienstag hatten die ARD-Intendanten über Sport A beraten. "Ich bin sehr guter Hoffnung", ließ sich Kloiber zitierren. Am Mittwoch sagte er, "die gestrige Sitzung hat keine Entscheidung gebracht".

Sport A kauft für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF Rechte an Sportereignissen von Organisationen wie dem Deutschen Sportbund. Die Firma setzt jährlich rund 200 Mill. DM um. Kloiber ist Chef der Tele-München-Gruppe und verfügt über langjährige Erfahrung im Handel mit Fernsehrechten. Ein Einstieg Kloibers würde Branchenkreisen zufolge ARD und ZDF bei Verhandlungen um Sportrechte stärken.

Große Rechte-Agenturen dominieren den Markt

Kürzlich hatten ARD und ZDF von dem Medienkonzern Kirch nach monatelangen Verhandlungen die Rechte für die Fußballweltmeisterschaft 2002 in Asien und ein Vorkaufsrecht für die WM 2006 in Deutschland erworben. Dafür zahlen die über Zuschauer-Gebühren finanzierten Sender 220 Mill. DM an Kirch. Außer von Kirch wird der Markt der Sportrechte von den Medienkonzernen Bertelsmann und Vivendi Universal dominiert. Beide hatten Ende Mai die Sportrechte-Geschäfte ihrer Tochterunternehmen RTL und Canal Plus gebündelt und stellen damit einen der europaweit führenden Anbieter in diesem Bereich.

Kichgruppe bereitet sich auf Übernahme weiterer Rechte vor

Die Kirchgruppe will die Fernsehrechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 des in Konkurs geratenen Schweizer Rechtevermarkters ISMM übernehmen. Der Vize-Präsident des Weltfußballverbandes Fifa, Michel Zen-Ruffinen, äußerte sich am Mittwoch in Zürich optimistisch über die Chancen eines Vertragsabschlusses.

Über den Verhandlungsstand wollte sich die Kirchgruppe am Mittwoch aber nicht näher äußern. "Wir befinden uns noch in der Prüfung", sagte Unternehmenssprecher Hartmut Schultz im Gespräch mit Handelsblatt.com. "Die Fifa hat uns eine Frist bis zum 2. Juli eingeräumt, bis dahin werden wir entscheiden."

Kirch hatte die Fernsehrechte für Europa und Nordamerika erworben. ISMM-ISL hatte sich die Rechte für den Rest der Welt gesichert. In der Vergangenheit hatte die Kirchgruppe mehrfach Interesse an einer Übernahme der übrigen Rechte signalisiert.

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