Kirchhof ist zurück
Licht der Rationalität in die Politik tragen

"Der Professor aus Heidelberg", wie ihn der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder im Wahlkampf vor einem Jahr taufte ist zurück. Zwar steht Paul Kirchhof weiter für keinen Job in der Politik zur Verfügung, aber er will sich wieder einmischen - und das am liebsten bei allem.

BERLIN. Der Mann hat sich kaum verändert. Noch immer trägt er einen dezenten dunkelgrauen Dreiteiler, noch immer formuliert er druckreife Sätze und noch immer zeigt er mit dem Finger auf die Schwachstellen der Gesellschaft. Paul Kirchhof ist im politischen Berlin zurück. "Der Professor aus Heidelberg", wie ihn der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder im Wahlkampf vor einem Jahr taufte, steht zwar weiter für keinen Job in der Politik zur Verfügung, aber er will sich wieder einmischen - und das am liebsten bei allem.

"Man muss diese Gesellschaft und diese Politiker beunruhigen, wenn man sieht, was in diesem Land alles schief läuft", sagte Kirchhof gestern bei der Vorstellung seines neuen Buchs "Das Gesetz der Hydra". Die zwölf Köpfe des griechischen Ungeheuers stehen bei Kirchhof symbolisch für die verschiedenen Konstruktionsfehler des deutschen Staates. Und ebenso symbolisch liefert er zwölf Schwerter im Kampf gegen die Hydra mit, eins gegen ein verwirrendes und widersprüchliches Steuerrecht, eins gegen eine Maßlosigkeit beim Kampf ums Geld, eins gegen den Interessenten, der dem Gesetzgeber die Feder führt.

Der Mann, der für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als künftiger Finanzminister durchs Land zog und für ein radikal vereinfachtes Steuersystem warb, hat an missionarischem Eifer nichts verloren. Unbeirrt ist Kirchhof davon überzeugt, dass er "das Licht der Nüchternheit und Rationalität in die Politik tragen" kann. Noch immer sei die Kraft des guten Arguments stärker als die Politiker glauben. Der mündige Bürger verstehe ihn - und 15 Jahre nach der Wiedervereinigung sei die Zeit für eine Generalrevision des Staates gekommen.

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