Kirchs Bezahl-Fernsehen sucht Weg aus der Krise
Premiere World senkt Preise für Abonnenten

Der Pay-TV-Anbieter Premiere World startet zum Sommer eine Preisoffensive und will so endlich aus der Krise kommen. Wie das Unternehmen, das mehrheitlich zur Kirch-Gruppe gehört, gestern mitteilte, sollen ab Juli die Preise für Abonnenten deutlich gesenkt werden. Gleichzeitig versucht Premiere World, die Kunden jetzt länger an sich zu binden.

cbu MÜNCHEN. Die Abonnentenzahlen bei Premiere World stagnieren bereits seit längerem. Derzeit hat das Unternehmen nach Informationen aus Branchenkreisen knapp 2,5 Millionen Abonnenten. Eigentlich wollte Premiere bis Ende 2000 auf 2,9 Millionen Kunden kommen, verfehlte das Ziel aber deutlich. Premiere-Chef Markus Tellenbach musste daraufhin seinen Hut nehmen. Nachfolger Manfred Puffer versucht seit Jahresbeginn einen Neuanfang. So wurde zunächst die Programmstruktur vereinfacht.

Jetzt werden die Preise um bis zu 20 % gesenkt. Bei Abschluss eines Zwei-Jahresvertrags sollen monatlich inklusive Dekoder-Miete 55 DM fällig werden. Das "Sportpaket" schlägt mit 44 DM zu Buche. Auch die bisherige Freischaltgebühr soll entfallen. Hoffnungen setzt Premiere World insbesondere auf die Fußball-Bundesliga. Nach derzeitiger Planung sollen im Free-TV ab Sommer erst am Abend Bundesliga-Berichte gesendet werden. Damit werden, so das Kalkül der Kirch-Manager, die Live-Übertragungen auf Premiere World attraktiver.

Als nächster Schritt steht dann offenbar eine Vereinfachung der Pay-TV-Dekoder an. Ein Premiere-Sprecher sagte dazu, es werde derzeit geprüft, die Decoder-Technik "auf eine breitere technologische Basis" zu stellen. Die Settop-Boxen von Kirch gelten als zu kompliziert und sind zudem mit anderen Standards nicht kompatibel.

Die Maßnahmen werden für Premiere World weitere finanzielle Belastungen zur Folge haben. Das Erreichen der Gewinnzone, bisher für 2003 geplant, könnte damit in noch weitere Ferne rücken. Mittelfristig ist aber ein Börsengang geplant. An der Gesellschaft sind neben Kirch (70 %), der britische Pay-TV-Anbieter BSkyB (22 %) sowie der saudische Prinz Al-Waleed (3,12 %), der US-Investmentfonds Capital Research (2,7 %) sowie die Investment-Bank Lehman Brothers (2,4 %) beteiligt.

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