Kirsipuu gewinnt 5. Etappe
Zabel muss weiter warten

Erik Zabel muss weiter auf seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France warten. Am Donnerstag zerstörte eine fünf Fahrer umfassende Spitzengruppe die Hoffnungen des Telekom - Kapitäns. Den Tagessieg nach 195 km im Ziel der bisher längsten Tour- Etappe holte sich in Reims der Este Jaan Kirsipuu, der sich mit vier Mitstreitern 110 km nach dem Start in Soissons auf die Reise gemacht hatte.

HB/dpa ROUEN. Kirsipuu, 1999 einziger Träger des Gelben Trikots außer Lance Armstrong, hatte im Schlussspurt am Ufer der Seine vor dem Dänen Michael Sandstod keine Mühe und konnte sich über seinen insgesamt dritten Tagessieg in seiner Tour-Karriere freuen. Seine Mannschaft AG2R war mit einer Wildcard ins Teilnehmer-Feld gerutscht.

Jörg Jaksches Team-Kollege Igor Gonzalez de Galdeano aus Spanien behauptete seine nach dem Mannschafts-Zeitfahren eroberte Spitzenposition im Gesamtklassement. Auch Zabel (Unna) verteidigte sein Grünes Trikot, das er in den vergangenen sechs Jahren nach der Tour als Gewinner der Punktwertung immer mit nach Hause nehmen konnte, mit jetzt nur noch zwei Punkten Vorsprung vor Robbie McEwen (Australien). Beim Spurt des Hauptfeldes musste er sich 33 Sekunden hinter den fünf Spitzenreitern allerdings mit dem insgesamt neunten Rang zufrieden geben. Unter anderen war auch wieder McEwen vor Zabel.

Die trotz des vorangegangenen Mannschafts-Zeitfahrens mit einem hohen Stundenmittel gefahrene Flachetappe wurde überschattet von einem Massensturz 22 km vor dem Ziel. Der Italiener Marco Pinotti blieb lange bewegungslos auf der Straße liegen. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert und an einer Wunde unter dem Kinn genäht. Er erlitt weitere Gesichtsverletzungen. «Er erhielt praktisch durch den Fall einen K.o.-Schlag, blutete stark und war kurz ohne Besinnung. Aber jetzt geht es ihm schon wieder besser», sagte Tour-Arzt Gerard Porte. In den Sturz waren 20 weitere Fahrer verwickelt.

Das Telekom-Team hielt sich diesmal im Gegensatz zu den ersten drei Etappen mit der Kraft raubenden Knochenarbeit für die Verfolgung der Ausreißer zurück. «Wir können nicht immer so fahren wie an den ersten Tagen. Unsere Kletterer brauchen ihre Kräfte noch», sagte Team-Manager Walter Godefroot, der 1970 in Reims eine Tour-Etappe gewonnen hatte, zu der ungewohnten Zurückhaltung. Aber auch Zabel hatte Verständnis. «Kraftakte des gesamten Teams, noch dazu nach dem gestrigen Mannschafts-Zeitfahren, müssen wohlüberlegt sein. Wir hatten noch ganz schön schwere Beine. Uns war ziemlich klar, dass die Gruppe durchkommen könnte, weil mit Dierckxens und Sandstod Spezialisten für lange Fluchten dabei waren. Ich bin zufrieden, das Trikot verteidigt zu haben», sagte Zabel.

Als von der Spitzengruppe keine Gefahr mehr für das Gelbe Trikot ausging, stellte Once seine Arbeit an der Spitze des Hauptfeldes ein. Danach sorgte das Team Mapei von Weltmeister Oscar Freire für Tempo, Telekom profitierte zuerst von der Arbeit anderer und rollte im Windschatten mit. Als Mapei das Tempo forcierte, war ihr zweiter Topsprinter Tom Steels bereits ausgeschieden. Er gab als erster Tourfahrer in diesem Jahr auf.

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