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Kisch-Preis für beste Reportagen an sechs Autoren

Hamburg (dpa) - Mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis für die beste deutschsprachige Reportage sind in diesem Jahr insgesamt sechs Autoren ausgezeichnet worden. Das Magazin «Stern» verlieh den mit 10 000 Euro dotierten ersten Preis am Donnerstagabend in Hamburg an Ullrich Fichtner vom Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Hamburg (dpa) - Mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis für die beste deutschsprachige Reportage sind in diesem Jahr insgesamt sechs Autoren ausgezeichnet worden. Das Magazin «Stern» verlieh den mit 10 000 Euro dotierten ersten Preis am Donnerstagabend in Hamburg an Ullrich Fichtner vom Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Der zweite Preis (7500 Euro) ging an Harald Martenstein vom Berliner «Tagesspiegel». Ein Autorenquartett - ebenfalls vom «Spiegel» - erhielt den dritten Preis (5000 Euro). Die Jury wählte die prämierten Arbeiten aus 410 Reportagen aus, die 2003 veröffentlicht wurden. Rund 450 Gäste aus Medien, Wirtschaft, Kultur und Politik nahmen an der Preisverleihung im Gruner + Jahr-Pressehaus teil.

Der Kisch-Preis, der vor 27 Jahren vom «Stern» gestiftet wurde, gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen im deutschen Journalismus. Sie erinnert an den «rasenden Reporter» Egon Erwin Kisch (1885-1948). Er war Berichterstatter in Prag, Wien und Berlin und erhob die Reportage zu literarischem Rang. Kisch hinterließ unter anderem eindrucksvolle Reisereportagen.

Preisträger Fichtner wirft mit seiner Reportage «Das letzte Gefecht» ein Licht auf den Irak-Krieg. Der Sprecher der Jury, Autor Hermann Schreiber, honorierte die Leistung des Journalisten, der im Irak auf eigene Faust in die Geburtsstadt Saddam Husseins, Tikrit, gefahren sei. Dort habe er sich von einem Kommandeur der angeblichen Elite-Truppe Saddams den tatsächlichen Verlauf des Kampfes um die Stadt erzählen lassen.

Der Journalist Martenstein konnte seinen Auftrag, über die Erb- und Führungsstreitigkeiten im Frankfurter Suhrkamp Verlag zu berichten, eigentlich nicht umsetzen, weil er von der Hausherrin nicht vorgelassen worden sei. Der Autor habe daraufhin «eine Reportage über eine gescheiterte Reportage geschrieben - und darin auf listige und geradezu schweykhafte Weise die wahre Geschichte erzählt», begründete Laudatorin Iris Radisch diese Preisvergabe.

Die vier «Spiegel»-Journalisten Matthias Geyer, Horand Knaup, Hartmut Palmer und Gerd Rosenkranz haben ihre Recherchen über die Regierung Schröder zusammengetragen und beschrieben, wie die Mechanismen der Macht funktionieren: «Schröders Spiel». Mit dieser Auswahl belegte die Jury einen von ihr festgestellten Trend: Mehr und mehr habe sie es mit Reportagen zu tun, «die ihren Reiz und ihre Qualität dadurch erhalten, dass sich mehrere Reporter zusammentun, um ein Thema zu eruieren und aufzuarbeiten.»

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