Klage auf Schadensersatz
Prozesse: Teuer, langwierig und kursgefährdend

1,2 Milliarden Dollar: Das Urteil wird wohl erst in zwei Wochen fallen. Aber bereits jetzt ist klar, dass es um viel Geld geht. Der schweizerische Elektronikkonzern ABB muss sich darauf vorbereiten, 1,2 Milliarden Dollar für die von Asbest-Klagen betroffene US-Tochter Combustion bereitzustellen. ABB hatte 1990 das US-Unternehmen gekauft, das früher Heizkessel für Kraftwerke hergestellt und dabei das gesundheitsschädigende Asbest verwendet hatte.

HB DÜSSELDORF. 8 Milliarden Dollar: Der frühere Chrysler-Aktionär Kirk Kerkorian hatte im November 2000 den Autohersteller Daimler-Chrysler auf 8 Mrd. Dollar Schadensersatz verklagt. Kerkorian wirft Konzernchef Jürgen Schrempp vor, den Zusammenschluss von Daimler und Chrysler 1998 als Fusion unter Gleichen ausgegeben zu haben, Schrempp habe aber von Anfang an eine Übernahme von Chrysler geplant. Erst im Dezember 2003 wird entschieden, ob die Klage überhaupt zugelassen wird.

550 Millionen Dollar: Ein 82-jähriger Amerikaner hatte den Chemie- und Pharma-Konzern Bayer auf 550 Mill. Dollar Schadensersatz verklagt. Der Vorwurf: Lipobay - ein Medikament von Bayer zur Senkung des Cholesterinspiegels - habe bei ihm Muskelschwund ausgelöst. Bayer ist in allen Punkten freigesprochen worden. Die Bayer-Aktie stieg nach der Urteilsverkündung um 40 %. Insgesamt wurden bisher 8 600 Klagen wegen Nebenwirkungen des Bayer-Präparats eingereicht - 740 Fälle wurden außergerichtlich beigelegt.

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