Klage der SdK
Hausdurchsuchungen bei SER

Wegen des Verdachts der Untreue und der Insolvenzverschleppung hat die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen Manager des Softwareherstellers SER Ermittlungsverfahren eingeleitet.

WiWo/AO KOBLENZ. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Erich Jung berichtete, durchsuchten Staatsanwälte und Beamte des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts am Donnerstag Geschäftsräume der Firmengruppe in Neustadt an der Wied.

Nach Jungs Worten besteht der Verdacht, dass die Aktiengesellschaft, die zu den größten deutschen Softwarehäusern gehört, schon seit längerem überschuldet und zahlungsunfähig ist. Möglicherweise sei der Insolvenzantrag verspätet gestellt worden.

Das SER-Management war von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) angezeigt worden. Die Schutzgemeinschaft wirft den SER-Managern vor, sie hätten in dieser Situation profitable Tochterunternehmen und Softwarerechte an die US-Gesellschaft KES Acquisitions verkauft, die wiederum einem ehemaligen SER-Finanzvorstand gehöre. Der Wert des übertragenen Vermögens beläuft sich nach Angaben der SdK auf 66 Millionen Euro.

Das Management versuche offenbar, die lukrativen Softwarerechte ins Ausland zu schaffen, um sie von dort aus künftig nutzen zu können. Die Schutzgemeinschaft hatte nach eigenen Angaben am 4. Juni eine Einstweilige Verfügung des Landgerichts Koblenz gegen der Verkauf erwirkt. Dessen ungeachtet habe die Unternehmensleitung den Verkauf durchgeführt.

Nach einem Pressebericht hat SER im vergangenen Jahr bei 149 Millionen Euro Umsatz 163 Millionen Euro Verlust gemacht.

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