Klage des Ehemanns
Gericht verbietet Bauchtanzen

Ein Kairoer Verwaltungsgericht hat einer ägyptischen Ehefrau unter Berufung auf das islamische Recht das Bauchtanzen verboten. Wie die Kairoer Tageszeitung "Al-Gumhuria" am Freitag berichtete, hatte der Ehemann der Tänzerin geklagt, weil er nicht länger dulden wollte, dass seine Gattin in Hotels auftritt.

dpa KAIRO. Der Richter erklärte, das ägyptische Recht fordere von verheirateten Tänzerinnen, die in Hotels und touristischen Einrichtungen auftreten, im Prinzip keine Erlaubnis des Ehemanns. Das islamische Recht ("Scharia"), auf das sich die ägyptische Gesetzgebung stütze, verlange von der Frau aber, dass sie ihrem Ehemann gehorche und ihn nicht betrüge. Deshalb habe er entschieden, der Tänzerin ihre Lizenz für Hotel-Auftritte zu entziehen, erklärte der Richter. Der ägyptische Staat bemühe sich stets, einen Kompromiss zwischen den Rechten der Frau und ihren Pflichten gegenüber der Familie zu finden.

Beobachter in Kairo meinten am Freitag, der Richter hätte sicher anders entschieden, wenn die Frau nicht Bauchtänzerin gewesen wäre, sondern einen Beruf mit höherem gesellschaftlichem Prestige wie etwa Ärztin oder Professorin gehabt hätte.

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