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Klage eingereicht: Babcock Borsig will 524 Millionen Euro von HDW

Im Streit um den Verkauf der Kieler Werft HDW hat der insolvente Oberhausener Maschinenbaukonzern Babock Borsig am Mittwoch Klage beim Landgericht Düsseldorf eingereicht. Der Insolvenzverwalter Helmut Schmitz verlangt den Kaufpreis der Kieler Werft in Höhe von 524 Mill. Euro zurück.

dpa-afx OBERHAUSEN/DÜSSELDORF. Im Streit um den Verkauf der Kieler Werft HDW hat der insolvente Oberhausener Maschinenbaukonzern Babock Borsig am Mittwoch Klage beim Landgericht Düsseldorf eingereicht. Der Insolvenzverwalter Helmut Schmitz verlangt den Kaufpreis der Kieler Werft in Höhe von 524 Mill. Euro zurück. Grund sei ein Verstoß gegen das Aktienrecht. Das Gericht bestätigte am Mittwoch den Eingang der Klage. Das dicke Klagepaket werde an eine Kammer für Handelssachen geleitet.

Im Februar 2002 hatte Babock seinen 50-Prozent-Anteil an HDW an den US-Investor One Equity Partners (OEP) verkauft. Als Bezahlung übernahm OEP nach Babcock-Angaben 524 Mill. Euro Schulden von Babcock an HDW und legte später 50 Mill. Euro in bar dazu. Die 524 Mill. hatte sich Babcock als Muttergesellschaft damals von der Tochter HDW besorgt. OEP habe nach dem Kauf eine neue Gesellschaft HDW gegründet, die mit der Altgesellschaft HDW verschmolzen worden sei, so Babcock-Sprecher Thomas Schulz.

Babcock Borsig führt ein Rechtsgutachten ins Feld, nach dem die im Februar 2002 beim Verkauf der HDW-Anteile zwischen der Babcock Borsig AG und One Equity Partners (OEP) vereinbarte Schuldübernahme als "verbotene Finanzierungsmaßnahme beim Aktienerwerb" zu werten sei. HDW habe sich beim Verkauf der 50-prozentigen Babcock-Anteile an den US-Finanzinvestor damit "selbst bezahlt". Die Schuldübernahme sei also nichtig, teilte das Unternehmen mit.

Babcock will nun über die Klage 524 Mill. Euro von HDW haben. Im Gegenzug würde HDW mit der gleichen Summe Gläubiger bei Babcock, bekäme aber im Zuge des Insolvenzverfahrens nur einen Teil des Geldes zurück.

HDW wies die Millionenforderung als "juristisch unbegründet" zurück. Babock wolle sich auf diese Weise "erneut an HDW bereichern", hieß es in einer Stellungnahme.

Babcock Borsig hat im laufenden Jahr die großen Verkäufe aus der Insolvenzmasse weitgehend abgeschlossen. Zurzeit steht nur noch die Maschinenbau-Tochter Schumag AG (Aachen) zum Verkauf, die zuletzt mit über 1 000 Beschäftigten knapp 100 Mill. Euro Umsatz erwirtschaftet hat. Mit dem Verkauf wolle sich der Insolvenzverwalter Zeit lassen, bis ein guter Preis erzielt werden könne, sagte Schulz.

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