Klage gegen Cimpor zurückgezogen
Holcim gibt sich geschlagen

Der Schweizer Zementkonzern Holcim gibt sich im Übernahmekampf um den portugiesischen Konkurrenten Cimpor nun auch rechtlich geschlagen. Holcim zieht nach eigenen Angaben vom Freitag die Klage gegen Cimpor in Zusammenhang mit der Übernahme der Kontrolle durch eine Gruppe um die französische Lafarge zurück.

Reuters LISSABON/JONA. "Wir sind an einer konstruktiven Lösung bei Cimpor interessiert," sagte ein Holcim-Sprecher am Freitag zu Reuters. Holcim halte zwar weiterhin eine Beteiligung an Cimpor von rund zehn Prozent. "Der Ausbau der Beteiligung ist kein Thema," sagte er weiter. Auf die Frage, ob Holcim den Anteil an Cimpor verkaufen wolle, sagte der Sprecher: "No comment".

Im vergangenen Jahr hatte Holcim zusammen mit der portugiesischen Semapa versucht, Cimpor zu übernehmen und den Übernahmekampf dann verloren. Holcim und Semapa verfügen beide jeweils über einen Anteil von rund zehn Prozent an dem weltweit siebtgrössten Zementproduzenten. Der weltgrösste Zementkonzern Lafarge hält zusammen mit dem portugiesischen Bauunternehmen Teixeira Duarte, der Banco Comercial Portugues und der spanischen Cementos Molins 53,6 Prozent an Cimpor.

Mit der Klage hätten die Beschlüsse der Cimpor-Generalversammlung, die das Unternehmen unter die Kontrolle von Lafarge gebracht hatten, angefochten werden sollen. Dies führte zu einer Verhärtung der Fronten. In Zusammenhang mit dem Werk Natal Portland Cement in Südafrika zeichne sich nun eine Normalisierung ab, so der Holcim-Sprecher. Cimpor hatte im vergangenen Monat 32,79 Prozent an Natal von Pretoria Portland Cement Company gekauft und will nun die Kontrolle übernehmen. Lafarge und Holcim, die Nummern zwei der weltweiten Zementkonzerne, halten jeweils ein Drittel.

"Wir werden in nächster Zeit Verhandlungen über Natal starten," sagte der Sprecher. Natal verfügt gemäss Holcim über eine Jahreskapazität von einer Million Tonnen Zement. Holcim, die in Südafrika weitere Werke besitzt, verfügt insgesamt weltweit über eine Kapazität von 113 Millionen Tonnen.

Holcim will sich gemäss Aussagen des Managements an der anhaltenden Konsolidierung der Märkte beteiligen. Dabei dürfte gemäss Experten Asien im Vordergrund stehen, wo das grösste Wachstumspotential besteht. Zur Refinanzierung bereits getätigter Übernahmen in Asien will Holcim das bedingte Kapital aufstocken, wie Holcim Anfang Monat angekündigt hatte. Zuvor hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's die Einstufung der langfristigen Verbindlichkeiten auf "BBB+" von "A-" gesenkt und erklärt, die Übernahmen hätten zu einer Verschlechterung von Finanz-Kennzahlen geführt.

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