Klage gegen Doping-Sperre
Johann Mühlegg will wieder in die Loipe

Doping-Sünder Johann Mühlegg ist zu neuen Großtaten bereit. Der in Grainau am Fuße der Zugspitze wohnende Wahl-Spanier will im November bei Einladungsrennen starten. Das teilte der vom Internationalen Ski-Verband FIS nach dem nachgewiesenen Doping- Missbrauch bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City für zwei Jahre gesperrte gebürtige Allgäuer auf seiner Internetseite an.

HB/dpa ERFURT. Vermutlich wird es vorerst aber nichts mit den Starts, weil der jeweilige Veranstalter und die Aktiven, die mit dem blonden Hünen Rennen bestreiten, von der FIS mit Sanktionen belegt würden. Den von Mühlegg angepeilten Start beim Kangoroo Hoppet, einem Massenskilauf über 21 Kilometer am 31. August in Falls Creek in Australien, hatte die FIS mit ihrem Einspruch bereits verhindert.

Mühlegg, der durch die "Spiritisten-Affäre" bekannt geworden und nach dem WM-Ausschluss 1995 sowie lange währenden Streitereien mit dem Deutschen Skiverband nach Spanien gewechselt war, weiß, dass er bei keinen offiziellen Rennen starten darf. Er hofft nun auf seinen Einspruch vorm internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne.

In dieser Woche beginnen die Anhörungen zu den Fällen Mühlegg sowie der Russinnen Olda Danilowa und Larissa Lazutina. Für den 10./11. Dezember werden die Urteile erwartet. Mühlegg lässt sich vom spanischen Anwalt Marcos de Robles vertreten. Der Jurist greift die Methode an, nach der Mühlegg in Salt Lake City getestet worden war. Sie sei zu wenig entwickelt und wenig zuverlässig. "Wir müssen deshalb von einem falschen positiven Befund ausgehen", erklärte de Robles und plädiert auf Freispruch und Aufhebung der Sanktionen.

"Die Entscheidung des Gerichts wird ein Meilenstein sein. Wir akzeptierten die Kompetenz der Richter. Sollte aber das Athleten-Trio Recht erhalten, würde es sich um einen unüberwindbaren Schlag gegen die Dopingbekämpfung handeln", erklärte FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis. Bei einem Freispruch würde die FIS neben dem moralischen Schaden auch noch finanzielle Ansprüche vor sich haben.

Mühlegg hat im Sommer intensiv in Australien trainiert. "Ich erwarte einen positiven Entscheid und Anerkennung meiner dritten Goldmedaille", sagt der Blondschopf. Mühlegg will sein neu zusammengestelltes "Team Juanito ESP" demnächst vorstellen. Seine beiden Techniker hätten zusammen mit einer Skifirma neue Rennski entwickelt. Sein bisheriger Ausrüster (Fischer) hatte den Vertrag nach der Doping-Sperre gekündigt.

"Auch auf die Gefahr hin, dass Johann dann für eine andere Firma läuft, werden wir mit ihm, selbst wenn er freigesprochen wird, keinen neuen Vertrag abschließen", sagt Fischer-Rennsportleiter Franz Gattermann. Ärger hatte Mühlegg auch mit dem Zoll. Nachdem seine Sport-Freistellung ausgelaufen war, wurde er vergebens aufgefordert, seinen Dienst auf dem Flughafen München anzutreten. Dem drohenden Disziplinarverfahren kam er im September durch Kündigung zuvor.

Egal wie das Urteil auch lautet: Insider rechnen damit, dass der am 8. November 32 Jahre alt werdende Mühlegg auf jeden Fall weitermachen wird. "Ich weiß, dass Johann eisern trainiert und seine Rückkehr in die Loipen anstrebt. Ich glaube, er wird das schaffen", sagt Bundestrainer Jochen Behle. "Wenn er seine Strafe abgesessen hat, sollte man ihm auch keine Steine in den Weg legen."

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