Klage gegen einstweilige Verfügung
Streit zwischen "Bild" und Thierse geht weiter

Die "Bild"-Zeitung muss eine Gegendarstellung von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) zur Berichterstattung über die geplante Parlamentsreise nach Versailles drucken.

HB/dpa HAMBURG/BERLIN. Das Hamburger Landgericht erließ am Mittwoch eine einstweilige Verfügung, nach der das Blatt die Erklärung Thierses in einer seiner nächsten Ausgaben auf der zweiten Seite zu veröffentlichen hat. Die Zeitung will Rechtsmittel einlegen, muss die Gegendarstellung aber dennoch abdrucken.

In der Gegendarstellung widerspricht Thierse den Berichten der Zeitung, er habe die Bundestagsabgeordneten zu der Reise anlässlich des 40. Jahrestages des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags nach Versailles eingeladen. Zum anderen widerspricht er der "Bild"- Behauptung, er habe in diesem Zusammenhang die Unwahrheit gesagt.

Die Zeitung werde sowohl gegen die Unterlassungsverfügung als auch gegen die einstweilige Verfügung auf Abdruck einer Gegendarstellung Rechtsmittel einlegen, kündigte Chefredakteur Kai Diekmann in Hamburg an. "Dies ist der untaugliche Versuch, eine politisch unliebsame Berichterstattung mit Wortklauberei und unzutreffenden, geschäftsschädigenden Behauptungen unglaubwürdig zu machen." Unabhängig davon sei die Zeitung verpflichtet, nicht nur wahre Gegendarstellungen abzudrucken. Die Gegendarstellung müsse lediglich bestimmten formalen Kriterien des Presserechtes entsprechen.

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