Klage gegen EU-Kommission
SGL Carbon tief in der Verlustzone

dpa WIESBADEN. Der Wiesbadener Kohlenstoffspezialist SGL Carbon schreibt rote Zahlen. Im 1. Halbjahr 2001 musste der Konzern einen Verlust von 36,4 Mill. Euro (71 Mill. DM) verbuchen, nach einem Überschuss von 12,4 Mill. Euro vor Jahresfrist. Grund waren vor allem zusätzliche Rückstellungen in Höhe von 35 Mill. Euro für drohende Strafgelder wegen illegaler Preisabsprachen bei Grafitelektroden, wie die SGL Carbon AG am Donnerstag mitteilte.

Die EU-Kommission hatte die Wiesbadener im Juli zur Zahlung von 80,2 Mill. Euro verdonnert. Schon in den USA hatte SGL wegen des gleichen Vergehens einen hohen dreistelligen Millionen-Betrag aufbringen müssen. Der Vorstand hält deshalb wie angekündigt an seiner Absicht fest, vor dem Europäischen Gericht gegen den EU- Beschluss zu klagen. "Aus unserer Sicht liegen Verfahrensfehler und eine unzulässige Doppelbestrafung angesichts der bereits in den USA behandelten Sache vor", begründete die Konzernleitung.

SGL Carbon erwartet trotz der anhaltenden Konjunkturschwäche für das 2. Halbjahr "ein weitgehend stabiles Geschäft". In den ersten sechs Monaten hat sich die abflauende Nachfrage aber bereits deutlich bemerkbar gemacht. Stark gestiegene Kosten für Rohstoffe mussten bei Grafitelektroden zudem durch Preiserhöhungen kompensiert werden. Dennoch konnte nur durch die erstmalige Konsolidierung der Tochter ZEW im Konzern insgesamt ein leichter Umsatzzuwachs von rund 2 Prozent auf 616,8 Mill. Euro ausgewiesen werden.

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