Klage möglich
Konflikt zwischen Eon und Southern spitzt sich zu

Das US-Unternehmen will nicht hinnehmen, das Eon seine Bewag-Anteile an die Hamburger HEW verkauft hat. Southern hält einen Anteil von 26 Prozent an dem Berliner Energieversorger.

dpa BERLIN. Nach dem Überraschungscoup des Energiekonzerns Eon beim Verkauf seiner Bewag-Aktien an die Hamburger HEW steuert der Streit mit dem US-Altgesellschafter Southern Energy auf eine gerichtliche Auseinandersetzung zu. Die Amerikaner, die am Berliner Energieversorger bei einem Anteil von 26 % die unternehmerische Führung haben, stellten am Samstag erneut klar, dass sie das Vorgehen von Eon nicht hinnehmen werden. "Noch ist nichts entschieden. Die Übernahme der Anteile von Eon an der Bewag durch die HEW wird nicht zu Stande kommen", hieß es in einer Erklärung.

Berlin hatte seine 50,8-prozentige Bewag-Beteiligung im Frühjahr 1997 für 2,9 Mrd. DM und eine Reihe von Zusatzvereinbarungen an ein Konsortium aus Southern (Atlanta), PreussenElektra (Hannover) und Viag (München) abgegeben. PreussenElektra und Viag gingen inzwischen in der Eon auf. Der Senat erwartet nun in dieser Woche von Eon ein Konzept zur Einhaltung dieser Altpflichten. Dabei hatte es in der Vergangenheit Differenzen mit der Viag gegeben.

Eon hatte seine, aus kartellrechtlichen Gründen zu veräußernden Anteile überraschend zum 1. Januar 2001 an die Hamburgische Electricitäts-Werke AG (HEW) verkauft und dieser damit zur Mehrheit bei der Bewag verholfen. Der US-Konzern will dies nicht hinnehmen. Er bekräftigte, dass sein Barangebot zum Erwerb des 49-Prozent-Pakets (52,2 % der Stimmrechte) aufrechterhalten werde.

Die Amerikaner wiesen zugleich die Argumentation des Vorstandschefs des Stromkonzerns Eon Energie, Hans-Dieter Harig, zurück, es habe einen fairen Bieterwettkampf gegeben, in dem letztlich Southern zu wenig geboten habe. Das eigene Angebot habe "eindeutig über dem Wert des Aktienangebotes der HEW" gelegen und werde aufrechterhalten.

Eon hatte allerdings zu erkennen gegeben, dass man weniger an Geld, sondern an der Ausweitung der Geschäftsfelder interessiert sei. Daher sei bei dem Gesamtdeal neben dem Barausgleich von 485 Mill. DM (247,95 Mill. Euro) vor allem ein umfassender Beteiligungsaustausch vereinbart worden. Da HEW in nächster Zeit mehrheitlich vom schwedischen Staatskonzern Vattenfall übernommen wird, würde dieser bei der Bewag das Sagen haben. Beim Berliner Senat werden die Amerikaner bevorzugt.

Southern unterstrich, dass man nicht auf die Rechte verzichten werde, "die im Kaufvertrag und im Konsortialvertrag der Bewag- Privatisierung festgelegt wurden". Danach dürfe ein Verkauf nicht erfolgen, wenn Southern "diese Anteile zu einem fairen Preis selbst erwerben will". Man werde "alle rechtlich notwendigen Schritte" unternehmen, um die eigenen Ziele zu erreichen.

Nach Darstellung von Eon gibt es mit Southern weder Vorkaufsrechte noch Zustimmungspflichten. Der US-Energieriese hatte seine Absicht, die Mehrheit an der Bewag zu erwerben, im April angekündigt. Die Bewag würde sich dann bemühen, den schlingernden Braunkohleverstromer Veag (Berlin) zu übernehmen und eine ostdeutsche Energiegruppe aufzubauen, hieß es.

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