Klage von Radiosender abgewiesen
Fußballclubs können Geld für Live-Berichte verlangen

Fußballclubs können nach einem Gerichtsurteil von privaten Hörfunksendern für deren Live-Berichte aus Fußballstadien Geld verlangen. Mit diesem am Freitag verkündeten Urteil wies das Hamburger Landgericht am Frietag die Klage des privaten Senders Radio Hamburg gegen die Deutschen Fußball-Liga (DFL) und die beiden Clubs HSV und FC St. Pauli ab.

rtr HAMBURG. Radio Hamburg hatte stellvertretend für insgesamt 60 Privatsender geklagt und vor Gericht erreichen wollen, dass die Existenz von Hörfunklizenzen für die Berichterstattung aus den Fußballstadien grundsätzlich verneint wird. Das Gericht erkannte ein Hausrecht der Clubs, auf Grund dessen sie die Live-Berichterstattung aus den Stadien von einer Vergütung abhängig machen könnten. Radio-Hamburg-Geschäftsführer Bertram Schwarz kündigte Berufung vor dem Oberlandesgericht an.

Sender will gegen Urteil Berufung einlegen

Das Gericht hatte zwischen dem Recht auf freie Berichterstattung der Sender und dem Recht auf geschütztes Eigentum der Fußballvereine abzuwägen. Eine Gerichtssprecherin sagte, von dem Urteil werde das Recht der Journalisten nicht berührt, sich während eines Spiels Notizen zu machen und anschließend außerhalb des Stadions darüber zu berichten. Schwarz sagte, das Urteil sei positiver ausgefallen als befürchtet, da sich das Gericht lediglich auf Live-Berichte und nicht auf allgemeine Hörfunklizenzen bezogen habe. Der Sender werde vor der nächst höheren Instanz weiter um das Recht auf kostenfreie Live-Berichterstattung streiten. Radio Hamburg war in der Saison 2000/2001 der Zutritt zu den Stadien in der Hansestadt mit der Begründung verwehrt worden, der Sender müsse künftig Lizenzgebühren bezahlen. Damals hatten die Bundesliga-Vereine praktisch alle privaten Radiosender erstmals zur Zahlung solcher Gebühren aufgefordert. Hintergrund ist, dass seitdem die Spiele beider Bundesligen zentral von der DFL vermarktet werden. Die DFL-Vereine verlangen pro Fußball-Saison zwischen 3000 und 25 000 ? für Einlass, Technik und Sendelizenzen.

Radio Hamburg ist nach eigener Aussage zwar bereit, für Zutritt und Technik zu bezahlen. Nach Ansicht des Senders kann es allerdings keine Hörfunklizenzen für Fußballspiele geben, weil der Wert der Berichterstattung - anders als bei TV-Übertragungen - erst durch die Arbeit des Radio-Reporters entstehe. Die DFL war dagegen der Auffassung, dass das Recht auf Hörfunkberichterstattung durch die wachsende Konkurrenz der Sender zu einem vermarktbaren Gut geworden sei. Darum sei es berechtigt, marktgerechte Preise für Hörfunkübertragungen zu verlagen, hatte die DFL argumentiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%