Klassiker zum Bundesliga-Jubiläum
„Methusalem“ gegen Rekordsieger

Die Hamburger sind als einzige Mannschaft seit Gründung der Bundesliga 1963 ohne Unterbrechung erstklassig; die Münchner holten mit 18 deutschen Meisterschaften so viele nationale Titel wie kein anderes Team. Insgesamt waren die beiden Vereine 570 mal Tabellenführer, ihre Angestellten schossen 1936 Tore´.

HB/dpa HAMBURG. Und Namen wie Beckenbauer, Müller, Breitner, Hoeneß und Rummenigge oder Seeler, Dörfel, Magath, Kaltz und Hrubesch kennt nicht nur jeder Fußball-Fan. In einer kürzlich veröffentlichten Forsa-Umfrage wurde Franz Beckenbauer zum bedeutendsten Spieler in 40 Jahren Bundesliga gewählt, Uwe Seeler folgte auf Platz zwei.

Vor allem die Torhüter beider Teams sorgten für diverse Rekorde: Sepp Maier stand 442 Spiele in Serie für die Münchner im Tor, Rudi Kargus hielt 23 Elfmeter für die Hamburger, Oliver Kahn blieb 803 Minuten ohne Gegentor, und Hans-Jörg Butt erzielte 22 Elfmeter-Tore. Unvergessen auch die Triumphe von Gerd Müller, der sieben Mal Torschützenkönig wurde und insgesamt 365 Treffer erzielte, oder Manfred Kaltz, der mit dem HSV unerreichte 291 Siege feierte.

Schon 76 Mal hat das Spiel HSV gegen Bayern die Massen fasziniert, 250 Tore sind dabei gefallen - und meistens hieß der Sieger Bayern München, insgesamt 46 Mal. Vor dieser Saison wurden die Hamburger zum Bayern-Jäger erkoren, doch nach dem katastrophalen Fehlstart (ein Punkt, Platz 15) sind die Erwartungen ebenso abgespeckt worden wie das Programm für die Jubiläumsfeier in der AOL-Arena vor der historisch begründeten Anpfiffzeit um 17.00 Uhr. Als Ehrengäste werden die Spieler jener Mannschaft erwartet, die zur Bundesliga- Geburtsstunde am 24. August 1963 vor 35 000 Zuschauern gegen Preußen Münster 1:1 spielten.

Ein Ergebnis, mit dem die Hamburger 40 Jahre später wohl gut leben könnten. Das 1:5-Debakel gegen den VfL Wolfsburg sitzt noch in den Köpfen und nicht nur der Ex-Manager des HSV, Günter Netzer, ist besorgt: "Nach so einem Start kommt Unsicherheit auf". Milan Fukal und Bernd Hollerbach fehlen immer noch, und von den anderen "spielt jeder unter seinem Niveau", sagt Kapitän Nico-Jan Hoogma. Trainer Kurt Jara gibt sich optimistisch: "Ich habe Vertrauen in die Mannschaft. Wir haben Scheiße gebaut, jetzt muss uns jedes Mittel recht sein, um zu gewinnen."

Die Bayern planen mit Michael Ballack. Der Nationalspieler hatte am letzten Wochenende wegen einer Wadenverletzung gefehlt, bestand jedoch am Donnerstag im Training den "Härtetest". Trainer Ottmar Hitzfeld sieht den HSV als "angeschlagenen Gegner", der einerseits verunsichert ist, andererseits unter Druck steht. "Das wird den HSV sehr aggressiv machen. Wir müssen auf einiges gefasst sein", meinte Hitzfeld, der in Erinnerung an den Last-Minute-Meisterschaftsgewinn von 2001 gern nach Hamburg zurückkehrt. "Da werden schon Erinnerungen wach", schwärmt der Coach. "Aber es nutzt uns nichts, dass wir dort die Meisterschaft gewonnen haben, falls wir am Sonntag nicht gewinnen."

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