Klassische Formen verlieren
Vielfalt der Auto-Modelle wächst

Zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt hat die Industrie 60 Weltpremieren angekündigt. Neben den wichtigen Volumen-Modellen wie VW Golf und Opel Astra gibt es aber auch etliche Neuerscheinungen, die den Trend zur Differenzierung des gesamten Auto-Angebots zeigen.

HB/dpa FRANKFURT. Mit der ständig wachsenden Zahl der Modelle wird den Bedürfnissen von immer enger gefassten Zielgruppen entsprochen. Nach den Statistiken des Kraftfahrtbundesamtes sind bis zur Jahreshälfte 2003 vor allem die Zulassungszahlen für Cabrios, Vans und Geländewagen gewachsen, während die Mittelklasse deutlich Marktanteile verloren hat.

Die klassischen Formen gehören dabei zu den mittelfristigen Verlierern. Die Stufenheck-Limousine etwa findet auf dem deutschen Markt immer weniger Liebhaber, aus den kleineren Wagenklassen ist sie hier zu Lande - im Gegensatz zu den südeuropäischen Märkten - schon fast ganz verschwunden. Die lange beliebten Kombis haben mit der Konkurrenz großvolumiger Geländewagen und Vans zu kämpfen, begüterte Singles greifen lieber zu Cabrios und Sportwagen als zur Euro- Einheits-Limousine.

Während bei den üblichen Kleinwagen der Preiskampf tobt, lässt sich mit peppigen Lifestyle-Modellen auf gleicher Plattform offensichtlich noch ordentlich verdienen. Vor allem die französischen Hersteller konnten in den vergangenen Jahren mit aggressivem Marketing (Tageszulassungen) und pfiffigen Modellen wie dem Cabrio- Spitzenreiter Peugeot 206 oder dem zur IAA renovierten Kompakt-Van Renault Scénic gegen den Markttrend wachsen.

Mit dem neuen Citroën "C3 Pluriel" aus dem PSA-Konzern lassen die Franzosen zudem die "Crossover"-Welle in das Kleinwagensegment überschwappen. Der spaß-orientierte Nachfolger der legendären Ente zwei CV lässt sich mit einfachen Umbauten als unkonventionelles Cabrio genau so nutzen wie als kleiner Pickup-Lastesel oder als ganz normaler Kleinwagen.

Aus den USA importiert ist der Trend zu üppig motorisierten Allrad-Wagen. Der Mangel an befahrbarem Gelände im dicht besiedelten Mitteleuropa mag dazu beigetragen haben, dass laut Kraftfahrtbundesamt immer weniger echte Offroader gekauft und angemeldet werden. Dafür boomen die so genannten Sport Utility Vehicle (SUV) mit Allradantrieb und leistungsstarken Motoren für den Straßengebrauch. VW Touareg und Porsche Cayenne machen dem Platzhirschen M-Klasse von Mercedes-Benz zunehmend Konkurrenz. BMW baut seine erfolgreiche X-Reihe aus und präsentiert zur IAA den X3 mit zwei kräftigen Sechszylinder-Motoren.

Den lukrativen Sektor der Sportwagen und Cabrios nutzen viele namhafte Hersteller, um zur IAA ihre Kompetenz auf diesem Gebiet zu demonstrieren. Im heißen Juli hat der Cabrio-Absatz in Deutschland einen Marktanteil von 5,8 % aller verkauften Neufahrzeuge erreicht und damit im Vergleich zu früheren Jahren noch einmal zugelegt. Der VW New Beetle, der BMW-Mini-Cabrio, der MX5 von Mazda und die zweite Generation des Mercedes SLK werden für weitere Steigerungen im Open-Air-Segment sorgen. Den Motorsportfreunden dürften der neue 6er von BMW, die Supersportler Mercedes SLR und Bugatti Veyron aus dem VW-Stall sowie das neue 911er Turbo-Cabrio von Porsche die Augen leuchten lassen.

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