Klassische Medien in das Internet integrieren
Web.de will sich als Medienplattform aufstellen

Reuters KARLSRUHE. Das Karlsruher Internet-Portal Web.de AG will sich durch die Beteiligung an dem Fernsehsender B.TV sowie den Start seines Online-Radios langfristig als medienübergreifende Plattform positionieren. "Wir wollen die klassischen Medien in das Internet integrieren", sagte Vorstandsmitglied Matthias Hornberger am Mittwoch in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Der nun angekündigte Erwerb von 9,94 Prozent an dem Fernsehsender B.TV Television GmbH & Co. KG sei als Teil dieser langfristigen Strategie zu sehen. Die TV-Aktivität solle mit dem bestehenden Geschäft von Web.de vollständig verzahnt werden. Eine eigene Fernsehmarke sei jedoch nicht geplant.

Mit dem jetzigen Engagement bei dem Regionalsender B.TV erreiche Web.de einen Kundenkreis, der bislang noch nicht unbedingt im Internet sei, sagte Hornberger. Das Karlsruher Unternehmen werde über den Sender seine Kernprodukte im Internet wie so genannte Unified Messaging-Lösungen und Staumeldungen vermarkten. Auch ein eigenes Fernseh-Format von Web.de sei geplant, allerdings gebe es dafür noch kein abschließendes Konzept. "Wir denken zum Beispiel daran, die Ziehungen unserer Online-Lotterie im Fernsehen durchzuführen", sagte er. Ferner würden derzeit auch die Möglichkeiten für Angebote zur Kombiwerbung im Fernsehen und Internet ausgelotet.

Trend zur Medienkonvergenz

Der Trend gehe in Richtung Breitbandkommunikation und mithin zur Konvergenz der Medien, sagte Hornberger. Dabei werde das Internet eine zentrale Rolle spielen. Nach dem Start des Online-Radios und dem jetzigen Einstieg bei B.TV sei langfristig auch ein Investment im Printbereich denkbar. Allerdings gebe es hierfür noch keine konkreten Pläne.

Für den Einstieg bei dem in Karlsruhe und Stuttgart ansässigen Fernsehsender zahle Web.de über mehrere Jahre verteilt einen einstelligen Millionenbetrag, sagte Hornberger. B.TV betreibt nach Firmenangaben ein baden-württembergisches Landesprogramm und erreicht via Kabel, Satellit und Antenne rund zehn Millionen Menschen in dem Bundesland. Ab Februar versorgt der Sender die Haushalte im Südwesten flächendeckend. Web.de erreicht nach eigenen Angaben mit 5,4 Millionen Nutzern fast jeden dritten Internet-Nutzer in Deutschland.

Am Frankfurter Neuen Markt legten die Aktien des Internet-Portals am Vormittag in der Spitze um mehr als 20 Prozent zu. Gegen 14.00 Uhr notierten die Papiere noch mit 12,64 Prozent im Plus bei 11,94 Euro.

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