Klatten wird schon im September Vorstandschef
Finanzvorstand Rickmeyer verlässt EM.TV

Nach Vorstandschef Thomas Haffa verlässt nun auch Finanzvorstand Rolf Rickmeyer das angeschlagene Medienunternehmen EM.TV & Merchandising AG. Der 48-jährige scheide in gegenseitigem Einvernehmen Ende August aus dem Unternehmen aus, teilte EM.TV am Dienstag mit.

Reuters MüNCHEN. Sein Nachfolger werde Marius Schwarz, derzeit Finanzvorstand des Kinobetreibers Cinemaxx. Eine EM.TV-Sprecherin sagte zudem, EM.TV werde auch seine Zahlen für das zweite Quartalen nicht fristgerecht vorlegen können. Am Neuen Markt legten die EM.TV-Aktien am Dienstag um acht Prozent auf 2,82 ? zu.

Der bereits designierte Vorstandschef von EM.TV, Werner Klatten, werde seine Arbeit bei dem tief in die roten Zahlen gerutschten Unternehmens im Laufe des Septembers antreten, teilte EM.TV mit. Rickmeyer war im November in den Vorstand des angeschlagenen Medienunternehmens berufen worden, nachdem der bisherige Finanzvorstand Florian Haffa nach Berichtigungen in der Bilanz und einer massiven Gewinnwarnung zurückgetreten war. Bereits im April hatte es Spekulationen gegeben, Rickmeyer solle durch Schwarz als Finanzchef abgelöst werden. Bei der Vorlage der Zahlen für 2000, bei der EM.TV einen Verlust von 2,6 Mrd. DM bekannt geben musste, hatte Rickmeyer Spekulationen über seinen Rücktritt jedoch zurückgewiesen.

Vorstandschef Thomas Haffa war nach anhaltender Kritik an der Unternehmensführung im Juli zurückgetreten.

Wegen der erneuten Verspätung bei der Veröffentlichung von Geschäftszahlen droht EM.TV außerdem wieder eine Strafe der Deutschen Börse. EM.TV werde es nicht schaffen, den Zwischenbericht rechtzeitig in der am Neuen Markt geltenden Frist bis zum 31. August zu veröffentlichen, sagte die EM.TV-Sprecherin. Die Deutsche Börse sei darüber bereits informiert. Einen genauen Termin für die Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal konnte die Sprecherin nicht nennen.

EM.TV hatte schon den Geschäftsbericht für das Jahr 2000 und die Zahlen für das erste Quartal 2001 wegen massiver Probleme bei der Konsolidierung von Beteiligungen um mehrere Wochen verspätet vorgelegt. Dafür musste das Unternehmen insgesamt 110 000 DM an Strafe zahlen. Die Höhe der Strafe bemisst sich nach Angaben der Deutschen Börse nach der Länge der Überschreitung der eigentlichen Frist.

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