Archiv
Kleinaktionäre von Weinig wehren sich gegen Verschmelzung - Insidervorwürfe gegen Geschäftsführer

koe FRANKFURT/M. Die Kleinaktionäre der Michael Weinig AG, Tauberbischofsheim, machen gegen Pläne des Mehrheitsaktionärs mobil. Sie wehren sich gegen die geplante Verschmelzung des Herstellers von Holzverarbeitungsmaschinen mit der nicht börsennotierten Weinig International AG. "Wir wollen das Abfindungsangebot zunächst mit einem Spruchstellenverfahren überprüfen lassen", sagte Gerhard Roh, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Auch eine weiter reichende Klage sei nicht auszuschließen.

Die Kleinaktionäre kritisieren vor allem das Abfindungsangebot. Denn sie sollen ihre Weinig-Aktien gegen Anteile der nicht börsennotierten, neu installierten Weinig International AG, Köln, tauschen. Hinter dieser Firma steht die Kölner Hohenstaufen Vierundneunzigste Vermögensverwaltungs GmbH, die wiederum die Interessen der kuwaitischen Großaktionäre vertritt (etwa 5 % der Michael Weinig AG befinden sich noch in Streubesitz). Ein Verkauf der International-Aktie sei nur schwer möglich, sagte Roh und forderte eine Barabfindung, wie sie üblicherweise gezahlt wird, wenn eine AG die Börse verlässt (Delisting). "Ein solches Vorgehen hat es in Deutschland noch nicht gegeben. Wenn wir das durchgehen lassen, macht das Schule", schimpfte Roh.

Gleichzeitig tauchten im Umfeld der Weinig-Hauptversammlung am vergangenen Freitag Insidervorwürfe auf. Ein Geschäftsführer des Großaktionärs habe Ende 1999 an der Aufsichtsratssitzung teilgenommen, auf der die guten Prognosen für 2000 verkündet wurden, berichtete Roh. Unmittelbar danach seien der Kurs und auch die Umsätze deutlich gestiegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%