Kleinanleger reagieren auf unklare Nachrichtenlage
Metabox - Aktie setzt Sinkflug fort

Die negative Performance vom Montag geht weiter

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der am Neuen Markt notierten Metabox sind auch am Dienstag stark unter Abgabedruck geraten. Die Anteilsscheine haben in Frankfurt bis 15.00 Uhr bereits 11,73% auf 158,0 Euro verloren. Damit setzte der Kurs der Metabox-Aktien die negative Performance vom Montag nahtlos fort, nachdem der Titel bereits am Vortag über 15% an Wert eingebüßt hatte.

Die deutlichen Kursabschläge wurden am Montag nach Ansicht von Händlern durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Zum einen das Auslaufen der steuerlichen Spekulationsfrist am vergangenen Freitag und zum anderen die äußerst positive Kursentwicklung der letzten Tage. Zudem habe ein >>Bericht des Handelsblatt vom Montag, der die jüngst vermeldeten Großaufträgen von Metabox anzweifelte, die Investoren verunsichert. All diese Ereignisse wurden nach Meinung eines Händlers am Montag aber noch nicht vollständig verarbeitet und führten deshalb auch am heutigen Tag zu weiteren Kursverlusten. Viele Kleinanleger würden erst heute auf die Nachricht reagieren, hieß es.

Michael Bahlmann, Analyst bei M.M. Warburg Investment Research, nannte im Gespräch mit dpa-AFX einige Schlussfolgerungen des Handelsblatt-Berichtes "sachlich nicht richtig". Nach seinem Kenntnisstand und nach den Angaben des Unternehmens ist Metabox nicht an der skandinavischen Investorerengesellschaft Inter-Nordic beteiligt und strebt eine Beteiligung nicht an. Somit ist der Vorwurf, wonach Metabox die Umsätze lediglich innerhalb des eigenen Unternehmen generiere, nicht haltbar. Das Hildesheimer Unternehmen beabsichtigt sich lediglich bei einem möglichen Joint-Venture, welches die Inter-Nordic-Gruppe initiieren würde, zu beteiligen. Die neue Gesellschaft würde sich aber ausschließlich mit Dienstleistungen von Set-Top-Boxen beschäftigen, nicht jedoch mit dem Verkauf der Hardware.

Bahlmann geht nicht davon aus, dass die Großaufträge fingierte Geschäfte sind. Das Schweigen der Geschäftspartner von Metabox ist für ihn angesichts der Geschäftssituation nichts besonderes. So habe Inter-Nordic nur ein "Letter of Intend" (Absichtserklärung) abgeschlossen wurde. Geplant ist 1,8 Millionen Set-Top-Boxen nach Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island zu verkaufe. Dieses Volumen würde alle Unternehmensschätzungen übertreffen und deshalb müsste Metabox die Absichtserklärung veröffentlichen, fügte der Händler an. Viele Anleger hätten schlicht diesen Hinweis überlesen und waren von sicheren Verträgen ausgegangen. Seiner Ansicht nach besteht grundsätzlich immer die Möglichkeit, dass das endgültige Geschäft nicht vollständig oder nur in Teilen zu stande kommen wird. Bahlmann wiederholte auch die Einstufung "Halten" für den Wert. Sollten die Verträge in konkrete Umsätze umgewandelt werden, ist der Kurs der Aktie zu niedrig bewertet, anders herum könnte die Aktie weiter an Wert einbüßen. Bei der derzeitigen Nachrichtenlage rät der Analyst zum weiteren abwarten.

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