Kleinanleger sollten in der aktuellen Börsenkrise keine "kalten Füße" bekommen
Nahost-Konflikt zerstört zartes Pflänzchen Hoffnung an den Börsen

Mit der Gewalteskalation im Nahen Osten stiegen die Ölpreise am Donnerstag und drückten die Aktienkurse entsprechend nach unten. "Inzwischen fliegen dort nicht mehr nur Steine, sondern Raketen. Der Ölpreis reagierte sofort und setzt den DAX unter Druck", sagte Aktienhändler Knut Hochwald von der Hamburger Sparkasse.

dpa FRANKFURT. Nach Gewinnen am Vormittag verloren die Börsenbarometer DAX und NEMAX am Nachmittag mehr als 2,5 Prozent. In London sprang der Preis für ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent auf mehr als 34,40 Dollar und lag damit 2,60 Dollar über dem Preis vom Vorabend. Anschließend beruhigte sich der Markt, weil Anleger die gesunkenen Kurse zum Einstieg nutzten: "Kaufen, wenn die Kanonen donnern", beschrieb Aktienhändler Jürgen Hufnagel von der Privatbank M.M. Warburg in Hamburg dieses Anlegerverhalten.

Dennoch lag der DAX am frühen Abend mit 0,28 Prozent noch leicht im Minus bei gut 6 500 Punkten. Am Neuen Markt lag der NEMAX 50 immer noch mit 1,75 Prozent bei knapp 4 300 Punkten im Minus. Dabei hatte der Börsentag so gut angefangen. Obwohl die Wall - Street und die US-Technologie-Börse NASDAQ am Vortag erneut mit Verlusten geschlossen hatten, machte sich in Deutschland erste Zuversicht breit. Unerwartet gute Unternehmenszahlen des US- Halbleiterunternehmens AMD zogen deutsche Technologietitel wie Infineon, Epcos, SAP und Siemens nach oben. In Frankfurt schaffte es der Deutsche Aktienindex (Dax) bis zum Mittag über 6 600 Punkte - ein Plus von gut einem Prozent. Auch am Neuen Markt stiegen die Indizes nach dem Kurssturz der vergangenen Tage. Optimismus machte sich breit.

"Ich glaube, wir werden schon bald positive Überraschungen erleben", sagte DG Bank-Aktienstratege Volker Borghoff in Frankfurt. Es gebe gute Aussichten für eine Aufhellung des finsteren Börsenklimas. Nach Verlusten in den USA hatte die asiatische Leitbörse in Tokio ihre Talfahrt gebremst. Der Nikkei- Index für die großen Aktienwerte stieg leicht um 0,2 Prozent auf 15 550,64 Punkte. Am Vortag hatte das fernöstliche Barometer noch auf Jahrestief geschlossen. Die Deutsche Bank goss aber gleich Wasser in den Wein. "Es gibt aber noch keinen Grund zur Entwarnung. Der Abwärtstrend ist völlig stabil."

Am Donnerstag zogen die Ölpreissteigerungen dann auch die US- Börsen weiter bergab: Der Dow-Jones-Index fiel bis zum Abend um 3,1 Prozent, die NASDAQ um 1,6 Prozent. Kleinanlegern rät der Rechtsanwalt Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), in der aktuellen Börsenkrise nicht kalte Füße zu bekommen. "Aussitzen", lautet sein Ratschlag. Das habe auch in der Politik schon geholfen. Wer noch Geld übrig habe, könne sich langsam wieder nach guten Aktien umschauen und die Schwäche ausnutzen. "Ich kaufe meinen Wintermantel ja auch im Schlussverkauf und nicht, wenn es am teuersten ist", sagte der Börsenprofi.

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