Kleine Anbieter sind fast chancenlos
UMTS braucht 10 Jahre bis zur Gewinnschwelle

Die hohen Anlaufkosten für UMTS verhageln den Mobilfunknetzbetreibern in Deutschland auf Jahre hinaus die Bilanzen.

dri BERLIN. Nach neuen Berechnungen des Telekommunikationsexperten Torsten Gerpott, Professor an der Duisburger Universität, braucht das UMTS-Geschäft selbst bei Unternehmen mit 40 % Marktanteil fast zehn Jahre, bis es in die schwarzen Zahlen (Cash-Flow) kommt. 40 % Marktanteil im Mobilfunk haben heute T-Mobile und Vodafone.

Aus den Berechnungen, in denen Gerpott Studien des europäischen Statistikinstituts Eito, der Investmentbank CSFB und Erkenntnisse der Branche auswertet, kommt er zu dem Schluss, dass sich das UMTS-Geschäft nur für drei, höchstens vier Anbieter in Deutschland rechne; zwei bis drei der heutigen Lizenzinhaber müssten ihre Pläne aufgeben.

Die bevorstehende Konsolidierung im Mobilfunkmarkt steht deshalb - neben der schwierigen Entwicklung der Festnetz-Newcomer - im Mittelpunkt der diesjährigen Handelsblatt-Tagung zum europäischen Telekommunikationsmarkt vom 11. bis 13. Juni in Düsseldorf, für die Gerpott seine Studie entwickelt hat.

In seinen UMTS-Modellrechnungen geht er davon aus, dass Ende 2005 der UMTS-Anteil am Mobilfunkmarkt bei 9 % liegen wird, zwei Jahre später bei 30 %. Der Netzaufbau koste jeden Betreiber 4,2 Mrd. Euro bis 2006. Nach dem jüngsten Preisverfall für Netzausrüstungsprodukte dürften dieser Kosten inzwischen allerdings deutlich niedriger liegen.

Im Festnetz haben nach der Gerpott-Studie, die sich mit Aussagen der Regulierungsbehörde deckt, die neuen Anbieter 2001 Marktanteile an die Deutsche Telekom verloren. Bei Auslands-Telefonaten sank ihr Marktanteil von 38,9 % auf 34,4 %, bei Verbindungen ins Internet von 31 % auf 28,3 %. Im Ortsnetz herrscht mit 3 % kaum Wettbewerb.

Quelle: Handelsblatt

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