Kleine Erfolge in Bremen und Hessen
Metall-Tarifrunde ohne Durchbruch

Im Gegensatz zu den positiven Ergebnissen in der Chemie-Branche hat sich in den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg bis zum späten Donnerstag-Abend kein Durchbruch angekündigt. In Bremen und Hessen wurden unterdessen Teilerfolge erzielt.

dpa - LUDWIGSBURG. "Es gibt keine erkennbare Bewegung", sagte ein IG Metall-Sprecher. Nach Beratungen über den Tarifabschluss in der Chemie-Branche am Nachmittag diskutierten die Teilnehmer von Gewerkschaft und Arbeitgebern in wechselnden Konstellationen weiter. Dabei verhandelten IG Metall-Bezirksleiter Berthold Huber und der Südwestmetall-Vorsitzende Otmar Zwiebelhofer in Ludwigsburg zeitweise auch unter vier Augen. Die Verhandlungen in dem möglichen Pilotbezirk mit rund 800 000 Metall-Beschäftigten sind einer entscheidenden Phase.

Zwiebelhofer hatte am Abend nach einem Treffen mit der Bundesspitze von Gesamtmetall angekündigt, ein neues Lösungsmodell vorschlagen zu wollen. Tarifexperten vermuten, dass es sich dabei um eine Kombination aus Gesamtvolumen, Laufzeit und einem Anteil zur Finanzierung des gemeinsamen Entgeltrahmentarifvertrags (ERA) für Arbeiter und Angestellte handelte.

Die IG Metall fordert bisher 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, die Arbeitgeber bieten je 2,0 Prozent für dieses und das nächste Jahr. In der Chemie-Branche war am Nachmittag in Lahnstein eine Einigung auf 3,3 Prozent mehr Einkommen erzielt worden. Nach der Einigung in der Chemie hatten sich die Metall-Fronten vorübergehend weiter verhärtet. "Wir müssen drunter gehen", sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. "Jede Branche muss ihren eigenen Weg finden, wir können von der Chemie nicht abschreiben." Für einen raschen Erfolg der Verhandlungen zeigte er sich skeptisch: "Es wird sehr schwierig."

Auch IG Metall-Chef Klaus Zwickel gab sich wenig optimistisch. Er argumentierte mit Blick auf die Chemie jedoch anders als die Arbeitgeber: Der Abschluss sei zwar für die chemische Industrie angemessen. Die konjunkturelle Entwicklung in der Metall- und Elektroindustrie sei aber deutlich besser. Deshalb müsse der Abschluss auch über der Chemie-Marke liegen, meinte Zwickel.

Die Gewerkschaft gibt den Arbeitgebern noch bis Samstag Zeit für eine Verhandlungslösung. Am folgenden Mittwoch (24. April) soll die Große Tarifkommission dann über ein mögliches Scheitern und Urabstimmungen beraten.

Die Tarifparteien der Küsten-Metallindustrie einigten sich unterdessen in Bremen auf einen Entgelt-Rahmen-Tarifvertrag (ERA) zur Angleichung von Löhnen und Gehältern, der von 2008 an gelten soll. Der Kompromiss unterscheide sich in wesentlichen Punkten von der Einigung in Baden-Württemberg, hieß es bei den Tarifparteien. Dort hatten sich IG Metall und Südwestmetall bereits am Montag über einen ERA-Einstieg zur Angleichung der Einkommen von Arbeitern und Angestellten verständigt.

Auch in Hessen haben sich die Tarifparteien am Donnerstag auf ein Entgeltrahmen-Abkommen verständigt. Arbeiter und Angestellte sollen künftig nur noch in elf gemeinsame Tarifgruppen eingeliedert werden. Bislang existieren weit über 50 getrennte Gruppen. Für die Einführung des neuen Systems für die 430.000 Beschäftigten in Hessen wurden fünf bis sechs Jahre veranschlagt. Die Verhandlungen über die Details sollen am 25. April fortgesetzt werden.

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