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Kleine Gewinne, aber keine großen Sprünge

Nach dem Wochenende ist vor dem Wochenende – an der Wall Street geht das Auf und Ab der letzten Tage weiter. Die beiden großen US-Indizes eröffneten im Minus, schoben sich dann minimal ins Plus und lassen einen Handel mit geringer Volatilität nahe der Null-Linie erwarten.

wsc NEW YORK. Dabei hätte den die US-Börsen durchaus einiges gutzumachen: In der vergangenen Woche hat der Dow Jones 2,4 % abgegeben, die Nasdaq 3,4 % verloren. Nach einem Rekord-November und einer starken ersten Dezemberwoche zogen vorsichtige Anleger Geld aus dem Markt. Vielen ging die Erholung nach den Septembertiefständen zu schnell und zu weit. Eine Welle von Entlassungen und Gewinnwarnungen am Mittwoch und Donnerstag erschütterten den Markt zusätzlich.

Gute Aussichten sieht offenbar Joseph Rooney, Portfolio-Stratege bei Lehman Brothers. Er rechnet im kommenden Jahr mit einem Anstieg des globalen Aktien-Index um 16 %. Damit wären Aktien im Jahr 2002 das attraktivste Anlageinstrument. Laut Rooney sei der negative Effekt nach dem Platzen der Internetblase überstanden. Abgesehen davon sei die Bewertung schon viele Jahre nicht mehr so attraktiv gewesen.

Zum Wochenauftakt steht wieder "Merger Monday" auf dem Kalender. Drei große Deals sorgen für Gesprächsstoff auf dem Parkett. Das Biotech-Unternehmen Amgen bestätigt am Montagmorgen die Übernahmeabsichten für Immunex. Der Übernahmepreis ist mit 16 Mrd. $ etwas günstiger als angenommen, außerdem zahlt Amgen den vollen Preis nur, wenn sich die Umsätze bei Immunex wie prognostiziert entwickeln. Immunex hat mit dem Arthritismittel Enbrel ein Blockbuster-Medikament auf dem Markt. Analysten begrüßen diesen größten Merger der Biotech-Sektors, aus dem ein 72 Mrd. $ schwerer Branchengigant hervorgehen wird. Aktien von Immunex legen im frühen Handel 8 % zu, und auch die Papiere von Amgen gewinnen leicht.

Eine der größten Fusionen in der Medienbranche soll noch in dieser Woche über die Bühne gehen: Das französische Konglomerat Vivendi Universal wird für 10,3 Mrd. $ die Entertainment-Sparte von USA Networks übernehmen. Der Kauf des Film- und Fernsehbereichs sichert Vivendi den Zugang zu rund 82 Millionen Haushalten in den USA. Analysten sehen in der Akquisition von USA Networks einen entscheidenden Schritt für Vivendi, den Großkonzernen AOL Time Warner und Walt Disney Konkurrenz zu machen. USA Networks legt 5 % zu.

Kreuzfahrtanbieter unter Druck

Der Kreuzfahrtanbieter P&O Princess hat ein Übernahmeangebot von Carnival Cruises abgelehnt, um den bereits im November verhandelten Merger mit Royal Caribbean durchziehen zu können. Die Fusion mit Royal Caribbean würde die Marktposition des eigenen Unternehmens stützen, die Partner passten besser zusammen, heißt es seitens P&O Princess. Dennoch verlieren die Aktien von Royal Caribbean angesichts der unerwarteten Gegenoffensive des Wettbewerbes 12 %, Carnival Cruises gibt 1 % ab, die Aktie von P&O Princess wurde noch nicht gehandelt.

Negative Nachrichten kommen am Morgen aus dem Airline-Sektor. Offenbar zeichnet die rasche Erholung der Papiere der Carrier kein zutreffendes Bild von der wahren Entwicklung des Marktes. Nach bereits angekündigten 100 000 Entlassungen in der Branche hat Delta Airlines zusätzliche Einsparungen bekannt gegeben. Ein Teil der Piloten soll für einen Monat Urlaub nehmen - unbezahlt. Delta hat sei September die Flugpläne um 16 % gekürzt und benötigt entsprechend weniger Flugpersonal. Delta verliert 1,2 %, die Branche gibt 0,5 % ab.

Nicht besser geht es den Automobilherstellern - zumindest Ford steht erneut auf der Verliererseite. Das Wall Street Journal berichtet, dass Ford über eine dauerhafte Senkung der Produktionszahlen nachdenkt und Entlassungen erwägt. Negative Analystenkommentare drücken ferner auf die Aktie: Goldman Sachs senkt die Ertragsprognosen für 2002 von 35 Cents pro Aktie auf Null. Die Analysten stufen die Aktie nur noch mit "halten" ein. Ford verliert 0,5 %, Aktien von General Motors und DaimlerChrysler haben nicht eröffnet.

Größter Verlierer im Einzelhandelssektor ist K-Mart. Bereits am Freitag hat die Kreditagentur Moody's den Kreditstatus von 4,7 Mrd. $ nicht abgesicherter Verbindlichkeiten auf "Junk"-Status ("Müll") abgestuft. Die Agentur warnt, dass es lange dauern würde, bis sich die Finanzlage der zweitgrößten US-Discount-Kette nachhaltig erholen werde. K-Mart meldete vor gut zwei Wochen einen Verlust von 224 Mill. $ für das dritte Quartal. Am Morgen verliert die Aktie 2,5 %, in den letzten sechs Monaten hat das Papier schon mehr als die Hälfte seines Werts verloren.

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