Kleine Truppe
Nato steht für weiteres Mazedonien-Engagement bereit

Die Nato steht nach Angaben aus Bündniskreisen für ein weiteres Engagement in Mazedonien bereit. Die Nato-Botschafter wollten nach am Montag Einsatzpläne für die neue Truppe, die möglicherweise von Deutschland geführt wird, erörtern, hieß es in Nato-Kreisen.

Reuters BRÜSSEL. Die Truppe werde voraussichtlich aber nur zwischen 600 und 350 Mann umfassen und solle in Mazedonien internationale Beobachter schützen, bis die nationalen Polizeikräfte diese Aufgabe selbst übernehmen können. Nato-Generalsekretär George Robertson dankte der Bundesregierung für ihr Engagement und versicherte, die Nato werde in Mazedonien kein Sicherheitsvakuum zulassen. Die Operation "Essential Harvest", in deren Rahmen die Nato Waffen albanischer Freischärler einsammelt, läuft am Mittwoch ab.

Hauptaufgabe der neuen Truppe werde es sein, die internationalen Beobachter in Mazedonien zu schützen, sagten Nato-Diplomaten. Neben Deutschland hätten bislang Italien und Frankreich Interesse signalisiert, sich an der neuen Nato - Operation zu beteiligen. Deutschland sei bereit, die Führung zu übernehmen. Der Einsatz werde sich Schätzungen zufolge voraussichtlich über bis zu neun Monate erstrecken. Bis dahin soll die nationale Polizei in Mazedonien in die Lage versetzt werden, selbst für den Schutz der Beobachter zu sorgen. Für eine weitere Entsendung deutscher Soldaten nach dem Ende der Operation "Essential Harvest" wäre ein neuer Beschluss des Bundestages notwendig.

EU und OSZE treten auf den Plan

Zur weiteren Überwachung des Friedensprozesses sollen Beobachter der Europäischen Union (EU) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eingesetzt werden, hieß es. Der außenpolitische Koordinator der EU, Javier Solana, kündigte bereits an, die Zahl der Beobachter in Mazedonien solle aufgestockt werden. Sie sollen in Mazedonien die Rückkehr von Flüchtlingen und Sicherheitskräfte in von der albanischen Minderheit kontrollierte Gebiete überwachen und die Umsetzung der Verfassungsreformen zur Stärkung der Stellung der Albaner beobachten. Die Nato soll diese so genannten "Monitore" mit einem neuen Mandat schützen, das ihnen auch den Gebrauch von Waffen zu diesem Zweck erlauben soll.

Die Truppe solle mit bis zu 600 Mann voraussichtlich deutlich kleiner werden als früher angenommen, als noch von bis zu 1500 Mann die Rede war, sagte ein Nato-Diplomat. Hintergrund sei, dass einige Verbündete möglicherweise nicht mehr Soldaten zusagen wollten, da sie diese für eine Beteiligung an US-Vergeltungsmaßnahmen für die Anschläge in New York und Washington benötigen könnten. An der Operation "Essential Harvest" hatten sich noch 4500 Soldaten beteiligt.

Kein Sicherheitsvakuum in Mazedonien

Robertson sagte nach Gesprächen mit Solana und anderen EU-Vertretern in Brüssel, er wolle bereits am Dienstag in die mazedonische Hauptstadt Skopje reisen. EU und Nato seien in Mazedonien zu einer weiteren Zusammenarbeit bereit. Es werde dort kein Sicherheitsvakuum geben.

Bei einem Zwischenfall an einem Kontrollpunkt im Norden Mazedoniens wurde nach Angaben aus Polizeikreisen ein Albaner erschossen und ein weiterer verletzt. Sie hätten an dem von mazedonischen Sicherheitskreisen besetzten Kontrollpunkt in der Region Rasce nicht halten wollen, verlautete aus den Kreisen. Es war offenbar die erste Tötung seit dem Beginn der Waffenruhe Mitte August.

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