Kleine Unternehmen stehen zu Unrecht im Schatten der Multis
Nebenwerte stehlen Lebensmittelmultis die Show

Sie gelten als sichere Häfen für Anleger, die mit ihrem Geld nichts besseres anzufangen wissen: Die Aktien der Nahrungsmittelmultis. Gute Kaufgelegenheiten bieten jedoch Nebenwerte aus dem Bereich der Zucker- und Zusatzstoffsparte, die zum Zuckerl für das Depot werden können.

DÜSSELDORF. Bisweilen fragt sich der Anleger, warum die Börse gute Nachrichten nicht mit anhaltenden Kursgewinnen belohnt. So kürzlich geschehen bei der Vorlage der Jahreszahlen des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé S.A.. Nach einem kurzem Aufbäumen am Vormittag der Veröffentlichung pendelte sich der Kurs der Aktie im Handelsverlauf ungefähr auf Vortagesniveau ein.

Dabei machte die Bilanz des Geschäftsjahres 2001 mit einem Realwachstum von 4,4 % auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck und auch die weiteren Aussichten waren von Konzernchef Peter Brabeck-Letmathe eher heiter als wolkig skizziert worden. Nestlés Reingewinn stieg um rund 16 % auf etwa 6,7 Mrd. Schweizer Franken (sfr). Auch für 2002 erwartet Nestlé Umsatz- und Gewinnsteigerungen. So will Nestlé erneut ein internes reales Wachstum von 4 % erreichen.

Doch bei genauem Hinschauen zeigt sich, dass die hohe Wachstumsrate teilweise auf Kosten der angestrebten Margenverbesserung ging. "Auch 2002 dürfte der Konzern lediglich durch die Integration des profitableren Haustiernahrung-Herstellers Ralston Purina eine höhere Marge vor Goodwill-Abschreibungen bekommen", erläutert Barbara Ambrus, Analystin der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). So ließ schöne Zahlenwerk die Börsianer letztlich kalt.

Auch Konkurrent Unilever Plc ist für viele Experten nur ein "Marketperformer". Die "Schlankheitskur" des Unternehmens bindet weiterhin Wachstumskräfte. Bis zum Jahr 2004 wird sich der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern von der Hälfte seiner Marken trennen. Von einstmals 1600 Marken, wie etwa Omo, Domestos, Langnese und Iglo, werden dann nur noch 400 übrig sein, die 95 % des Umsatzes tragen sollen. Auch die Übernahme des US-Nahrungsmittelherstellers Bestfood (Slim Fast, Knorr) muss noch verdaut werden. Nach Analysteneinschätzungen muss die Doppelspitze des Konzerns, bestehend aus dem Niederländer Antony Brugmans und dem Briten Niall Fitzgerald, das interne Wachstum, das derzeit bei etwa 2 % liegt, mindestens verdoppeln, um mit Nestlé, der weltweiten Nummer eins, mithalten zu können.

Die kurzzeitige Schwächephase des französischen Milch-, Getränke- und Gebäckkonzerns Danone S.A. mit einem im Geschäftsjahr 2001 um 80 % auf 132 Mill. Euro gesunkenen Nettogewinn, könnte zum Kauf der Aktie verleiten. Zwar sind kurzfristig keine Überraschungen zu erwarten, aber gerade das Milchgeschäft könnte mittel- und langfristig wieder zu einem Wachstumsträger werden. "Nicht zuletzt die Einsparungen in der Gebäcksparte dürften im kommenden Jahr wieder eine etwas kräftigere Margenausweitung erlauben", prognostiziert Barbara Ambrus von der LBBW. Für Unsicherheit sorgt allerdings der scharfe weltweite Konkurrenzkampf im Mineralwassergeschäft.

Kleine, aber nicht minder feine Kaufgelegenheiten verzeichnen die Analysten der Schweizer Bank Vontobel auf ihrer Empfehlungsliste. Süße Gewinne versprechen die Aktien des dänischen Zucker- und Zusatzstoffproduzenten Danisco A/S sowie der deutschen Südzucker AG. Südzucker habe nach dem Kauf von Saint-Louis Sucre und dem Verkauf ihrer Anteile am Eiscreme-Hersteller Schöller an Nestlé die Profitabilität wieder gesteigert.

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