Kleintransporter sollen Markt aufschließen
Bosch glaubt an Diesel-Durchbruch in den USA

Der Dieselantrieb steht nach Ansicht des weltweit zweitgrößten Autozulieferers Bosch auch auf dem US-Markt vor dem Durchbruch. Dazu plant der Konzern auch den Einstieg in die Produktion von Rußpartikel-Filtern.

Reuters STUTTGART. "Wir sehen Amerika am Erwachen", sagte der Vertriebschef der Bosch-Dieselsparte, Klaus Bohler, am Mittwoch in Stuttgart. Bis 2007 sei nach den eigenen Prognosen ein Diesel-Anteil von zwölf Prozent an der Autoproduktion in Amerika erreichbar, von den für 2003 angepeilten sieben Prozent entfällt noch der Löwenanteil auf Nutzfahrzeuge. "Amerika ist ein idealer Diesel-Markt", sagte Geschäftsführer Bernd Bohr mit Blick auf die langen Strecken auf dem Kontinent. Für Japan sieht Bosch dagegen keine Perspektiven für den Diesel.

Kleintransporter sollen US-Markt aufschließen

Den amerikanischen Markt für Diesel-Pkw will Bosch über den Kleintransporter-Markt erschließen, in dem einige Modelle schon 20 Prozent Diesel-Anteil erreichten. Von dort sei es nur noch ein kurzer Weg zu Geländewagen (SUVs) und Limousinen. Im Jahr 2012 sollen nach den Vorstellungen von Bosch in Amerika schon rund vier Millionen Diesel-Fahrzeuge verkauft werden, davon 2,3 Millionen Pkw. Vor allem die in der Diesel-Technologie führenden deutschen Autobauer hoffen auf einen Siegeszug auch in den USA, nachdem der Diesel-Anteil in Westeuropa 2002 erstmals die Marke von 40 Prozent am gesamten Autoabsatz überschritten hat. Binnen vier Jahren sieht Bosch den Anteil auf 47 Prozent steigen. Mit Diesel-Technik setzte Bosch 2002 allein 6,65 Milliarden Euro um, fast 30 Prozent seines Kraftfahrzeugtechnik-Geschäfts.

Ganz ohne Rußfilter geht es nicht

Voraussetzung für einen Erfolg des Selbstzünder-Motors sei die Weiterentwicklung der Technik, damit Dieselmotoren die von 2007 an geltenden strengeren Abgasnormen in den USA erfüllen könne, sagte Bohler. "Die Hürde ist zu nehmen", sagte Bohr. So bald die Diskussion um den Stickoxid-Ausstoß und die Rußpartikel verstumme, träten die Vorteile im Verbrauch in den Vordergrund.

Bis zur Jahresmitte werde die Entscheidung fallen, ob Bosch in die Serienfertigung von Rußfiltern einsteigen werde, erklärte er. Anders sei die künftige US-Norm nicht zu erreichen, für Fahrzeuge über 1,8 Tonnen auch die Euro-4-Norm nicht, räumte er ein. Bis vor kurzem hatten die deutschen Hersteller den Einsatz von Partikelfiltern abgelehnt, erst langsam bröckelt die Front. Für einen Sintermetall-Filter, der im Gegensatz zu den bisher gebräuchlichen Keramik-Filtern 200.000 Kilometer halten soll, habe Bosch kürzlich die Lizenz erworben. Ende 2005 könne die Serienfertigung beginnen, sagte der Geschäftsführer.

Eine neue, dritte Generation der von Bosch entwickelten "Common Rail"-Diesel-Einspritztechnik, die im zweiten Halbjahr 2003 die Serienreife erreichen soll, werde zu einem 15 bis 20 Prozent niedrigeren Kraftstoffverbrauch führen, hieß es. 2004 soll die neue Technik in bis zu 300.000 Fahrzeuge von sechs Herstellern eingebaut werden. Bosch hat einen Marktanteil von rund 80 Prozent bei Diesel-Einspritzsystemen, sieht aber seine Ausnahmestellung jedoch von einer geplanten Gemeinschaftsfirma von VW mit dem Konkurrenten Siemens VDO gefährdet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%