Kley: Dax ist ein Malus
BASF-Finanzchef wünscht sich kleineren Dax

Der BASF-Finanzvorstand Max Dietrich Kley hat sich angesichts der Börsenkrise und der stark unterschiedlichen Gewichtung von Unternehmen im Deutschen Aktienindex für eine Verkleinerung von Deutschlands wichtigstem Kursbarometer ausgesprochen.

Reuters FRANKFURT. "Weniger ist manchmal mehr", sagte Kley auf einer Pressekonferenz des Deutschen Aktieninstituts (DAI) am Dienstag in Frankfurt. Kley, zugleich Präsident des DAI, plädierte dafür, die Anzahl der im Dax notierten Aktien zu reduzieren und so den Index ausgewogener zu gestalten. Die Deutsche Börse wies die Forderung zurück. Es gebe keinen Bedarf für eine Änderung, sagte Christoph Lammersdorf, bei der Deutschen Börse AG zuständig für Aktienindizes, der Nachrichtenagentur Reuters.

"Deutschland hat mit dem Dax ein Malus", sagte hingegen Kley. Die Frage sei, ob der derzeit "heruntergeprügelte" Dax mit seinen 30 Standardwerten überhaupt repräsentativ für den deutschen Aktienmarkt sei. Er bezog sich dabei auf die stark unterschiedliche Gewichtung der Gesellschaften im Dax. Diese hat zur Folge, dass wenn etwa die Aktien der Indexschwergewichte Siemens oder Deutsche Telekom sehr hohe Kursschwankungen aufweisen, der Dax dies insgesamt überproportional nachzeichnet.

Nach den Worten von Kley könnten in einem "Gold-Germany-Index" einige der börsenstärksten Unternehmen zusammengefügt werden und damit ein ausgeglicheneres Marktbarometer darstellen. Dies könne den Dax auch für institutionelle Investoren wieder interessanter machen. Auf einzelne Namen für einen solchen Premium-Index wollte sich Kley aber nicht festlegen. Es gelte jetzt, Anleger für den deutschen Markt zurückzuholen, sagte Kley. Dafür müssten diese aber überzeugt werden, dass sie in Qualität investieren.

"Dass der Dax mit 30 Werten zu groß ist, muss man zurückweisen", sagte hingegen Lammersdorf von der Deutschen Börse im Gespräch mit Reuters. Bei der Neugestaltung der Indizes habe die Börse in Gesprächen mit Investoren festgestellt, dass die Zahl 30 genau richtig sei. "Der Zuspruch von den Investoren ist gut, auch bei den Roadshows zur Indexfamilie", sagte Lammersdorf. Bezüglich der Frage der Repräsentativität des Index für die Unternehmenslandschaft in Deutschland würde die Forderung zudem nicht sehr logisch klingen. Große Unternehmen wie Bosch, Miele oder Bertelsmann seien beispielsweise gar nicht börsennotiert.

Seit seinen Höchstständen vor nun gut drei Jahren bei mehr als 8 100 Punkten hat der Dax drastisch eingebüßt. Inzwischen kommt das Börsenbarometer auf gerade mal knapp 2 800 Zähler. Gleichwohl hat diese Entwicklung nach den aktuellen Zahlen des DAI, das sich für die Förderung der Aktienkultur in Deutschland einsetzt, auch die Privatanleger bislang nicht von der Börse verprellt. Im Gegenteil: Die Gesamtzahl der Aktienanleger (Aktionäre und Fondsbesitzer) sei im zweiten Halbjahr 2002 im Vergleich zur ersten Jahreshälfte nahezu unverändert geblieben, teilte das DAI mit. Mit 11,5 Millionen Anlegern halten demnach 17,9 Prozent der Bundesbürger derzeit direkt oder indirekt Aktien. Im ersten Halbjahr waren es 18 Prozent gewesen. Die Zahl der direkten Aktienbesitzer stieg im zweiten Halbjahr 2002 sogar um 13,5 Prozent auf 5,3 Millionen. "Das ist aber kein Grund zur Entwarnung", sagte Kley. Gerade der Irakkrieg mit seinen noch ungewissen Folgen für die Weltwirtschaft habe jüngst wieder zu einem drastischen Kursrutsch und gesunkenem Anlegervertrauen geführt.

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