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Klimaexperte Latif: «Klimawandel löst Völkerwanderung aus»

Stuttgart (dpa) - Durch den Klimawandel droht nach Ansicht des Kieler Klimaforschers Mojib Latif eine Völkerwanderung in Südeuropa. Die Tendenz der Temperaturen zeige, dass es im europäischen Mittelmeeraum immer trockener und heißer werde, sagte Latif der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag.

Stuttgart (dpa) - Durch den Klimawandel droht nach Ansicht des Kieler Klimaforschers Mojib Latif eine Völkerwanderung in Südeuropa. Die Tendenz der Temperaturen zeige, dass es im europäischen Mittelmeeraum immer trockener und heißer werde, sagte Latif der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag.

«Wenn sich der Trend fortsetzt, werden zunächst weniger Touristen kommen.» Später werde es dann etwa in Süditalien und vielen Regionen Spaniens nur noch mit ganz großen Anstrengungen möglich sein, ein normales Leben zu führen.

Je nachdem, wieviele Treibhausgase die Menschen weiter produzieren, rechnet Latif in 50 bis 100 Jahren selbst in Deutschland mit Tageshöchsttemperaturen von mehr als 40 Grad über Wochen hinweg. Das habe auch für die Natur gravierende Folgen, sagte der Klimaforscher dem Magazin «Readers Digest» (August-Ausgabe) in Stuttgart. Die Hochwasser und Hitzeperioden der vergangenen Jahre hätten bereits gezeigt, dass «die extremen Wetterereignisse zunehmen und es deutlich wärmer geworden ist» - im Schnitt 0,1 Grad pro Jahrzehnt.

Die globale Erderwärmung wird laut Latif zu zwei Dritteln bis drei Vierteln vom Menschen verursacht. Das durch die Verbrennung von Öl und anderen fossilen Brennstoffen entstehende Kohlendioxid heize die Atmosphäre immer stärker auf. Dies führe zu extremen Wettersituationen.

Der Kieler Professor geht davon aus, dass viele Wälder in Mitteleuropa dann absterben, die Vegetation im Mittelmeerraum völlig vertrocknet und das Trinkwasser vielerorts knapp wird. Ganze Landstriche würden auf diese Weise unbewohnbar.

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