Klimakonferenz
Japan ratifiziert Klimaschutzabkommen von Kyoto

Japan hat am Dienstag das Klimaschutzabkommen von Kyoto ratifiziert und will nun Russland und die USA drängen, seinem Beispiel zu folgen.

Reuters TOKIO. "Das Kyoto-Protokoll ist ein wichtiger internationaler Schritt, den Klimawandel anzugehen", sagte der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi. "Ich hoffe sehr, dass sich andere Länder so schnell wie möglich anschließen." Nach dem 1997 auf der Uno-Klimakonferenz im japanischen Kyoto vereinbarten Protokoll müssen die Industrie-Nationen den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2012 um durchschnittlich 5 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 verringern.

Japan hat zugesichert, die Emissionen um sechs Prozent zu reduzieren. "Es wird nicht leicht sein, die Ziele des Abkommens zu erfüllen", sagte Koizumi. Dazu bedürfe es gemeinsamer Anstrengungen der Regierung, der Unternehmen und der Bürger.

USA lehnen Ratifizierung ab

Der japanische Außen- und der Umweltminister wollen nun an ihre Kollegen in anderen Ländern, darunter Russland und die USA, schreiben und sie zu einer Ratifizierung des Abkommens drängen. Die USA, der größte Verursacher von Treibhausgasen, lehnen eine Teilnahme an dem weltweiten Abkommen ab. Es wird aber erwartet, dass Russland den Vertrag Ende des Jahres ratifiziert.

Umweltschützer sagten, dass Japan Schwierigkeiten haben werde, sein Ziel zu erreichen. Seit 1990 sei die Ausstoßmenge nach offiziellen Angaben gestiegen. "Japan muss neue Maßnahmen ergreifen, wenn es nicht hinter seine Ziele zurückfallen will", betonte die japanische Organisation des World Wide Fund for Nature.

USA will Wirtschaft nicht schädigen

Damit das Abkommen in Kraft treten kann, muss es von mindestens 55 Ländern ratifiziert werden, die für mindestens 55 Prozent des Kohlendioxidausstoßes auf der Welt verantwortlich sind. 39 Länder, die das Abkommen unterzeichnet haben, müssen es noch ratifizieren. Die 15 Nationen der Europäische Union (EU) hatten das Abkommen am Freitag en bloc ratifiziert.

Die US-Regierung lehnt die Ratifizierung des Vertrages mit der Begründung ab, die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes schädige der Wirtschaft. Außerdem zweifelt das Weiße Haus bisher an, dass ein Zusammenhang zwischen dem Ausstoß von Treibhausgasen und der globalen Erwärmung besteht. In einem Bericht der US-Regierung hieß es vergangenen Freitag, dass der Kohlendioxidausstoß in den USA in den kommenden 20 Jahren beträchtlich ansteigen werde.

Das Kyoto-Abkommen soll auf einer Konferenz über nachhaltige Entwicklung, die am 26. August in Johannesburg beginnt, in Kraft treten. Aus dem japanischen Umweltministerium verlautete jedoch, dass dies nicht realistisch sei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%