Klinische Versuche
Stammzellen stärken das Herz

Nach vielversprechenden Tierversuchen wollen Forscher nun erstmals Patienten mit eigenen Stammzellen zu einem gestärkten Herzmuskel verhelfen.

dpa NEW YORK. Teilnehmer der gerade begonnenen Studie in Japan sind Patienten, deren Herzmuskel unter einem Infarkt gelitten hatte. Viele Mediziner sehen in der Stammzellentherapie einen Weg, Millionen von Menschen vor dem Herztod zu retten.

Das "Wall Street Journal" berichtete in seiner Online-Ausgabe, dass ein Team um Shinya Minatoguchi von der japanischen Gifu Universität entsprechende Versuche gestartet habe. Das Team benutze keine embryonalen Stammzellen, sondern Stammzellen aus dem Knochenmark der jeweiligen Patienten. Das Experiment war vom Ethikrat der Universität genehmigt worden.

In den Versuchen mit Mäusen und Kaninchen hatten Minatoguchi und Kollegen die Stammzellenproduktion im Knochenmark mit einem Molekül angekurbelt, das als G-CSF bekannt ist. Ein Teil der daraufhin im Überschuss produzierten Stammzellen wanderte zum Herzmuskel, wie ein genetischer Marker den Forschern bestätigte. Dort übernahm er die Funktion von Herzmuskelzellen.

Das Team spekuliert, dass der Herzmuskel eine Art SOS-Signal ausgab und die neuen Stammzellen damit auf seinen Bedarf aufmerksam machte. Tatsächlich regenerierte sich der Herzmuskel bei den behandelten Tieren. Der Gewebeschaden an ihrem Herzmuskel ging im Vergleich zu den Kontrolltieren, die nach dem Infarkt nicht behandelt wurden, auf ein Drittel zurück.

Andere Tierexperimente hatten vor einem Jahr bereits gezeigt, dass Stammzellen auch neue Blutgefäße erzeugen und damit die Pumpfunktion des Herzens wiederherstellen können.

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