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Klinsmann baut DFB-Trainerstab um

Frankfurt/Main (dpa) - Beförderung für Dieter Eilts, Degradierung für Ulli Stielike und keine Verwendung mehr für Michael Skibbe und Bernd Pfaff: Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat mit der Umstrukturierung des Trainerstabs die angekündigte Reform beim DFB in Gang gesetzt.

Frankfurt/Main (dpa) - Beförderung für Dieter Eilts, Degradierung für Ulli Stielike und keine Verwendung mehr für Michael Skibbe und Bernd Pfaff: Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat mit der Umstrukturierung des Trainerstabs die angekündigte Reform beim DFB in Gang gesetzt.

Dabei spielen der bisherige Bundestrainer Skibbe und der bislang für die Nationalmannschaft verantwortliche DFB-Direktor Pfaff keine Rolle mehr. «Ich versuche, einen Stab um mich zu haben, der viel Qualität hat, und der mit Druck und Stress umgehen kann», verkündete Klinsmann nach einem Gipfeltreffen mit führenden Verbandsvertretern und dem DFB-Trainerstab.

Rund fünf Stunden erläuterte die neue Führungstroika Klinsmann, Nationalmannschafts Oliver Bierhoff und Co-Trainer-Manager Joachim Löw dem DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder, Generalsekretär Horst R. Schmidt sowie den Verbandstrainern die künftige Marschrichtung. Skibbe war trotz Einladung nicht zur Weichenstellung erschienen, nachdem er von Klinsmann telefonisch unterrichtet worden war, dass er entgegen seinem Wunsch keine Junioren-Mannschaft betreuen darf. «Michael Skibbe hat einen hervorragenden Ruf und einen Super-Job an der Seite von Rudi Völler gemacht. Aber wie Völler brauche auch ich Leute, denen ich blindes Vertrauen entgegenbringe», kommentierte Klinsmann seine Personal-Entscheidung.

Ob und wie der Assistent von Ex-Teamchef Völler als Jugend-Koordinator weiter beschäftigt wird, soll in der nächsten Woche entschieden werden. Dann soll auch mit dem 64 Jahre alten Pfaff, der seit 46 Jahren beim DFB ist, über die weitere Verwendung gesprochen werden. Die Leitung des Nationalmannschafts-Büros, das Klinsmann im DFB-Haus installieren will, übernimmt Flavio Battisti. Der 63- Jährige, seit vielen Jahren Betreuer der DFB-Auswahl, gehört als Betriebsrat der Geschäftsführung des Pharmakonzerns Merck an.

«Jetzt ist die Situation noch da, dass wir etwas verändern können. Beim Konföderationen-Cup in einem Jahr muss das Puzzle stehen und stark genug sein, um mit dem ungeheuren Druck arbeiten und umgehen zu können», sagte Klinsmann, der am Abend mit Bierhoff und Löw nach Bremen zum Bundesliga-Auftaktspiel gegen den FC Schalke 04 reiste. Im Gegensatz zu seinen ursprünglichen Überlegungen wird das Perspektiv-Team 2006 nicht aufgelöst, sondern besteht weiter unter der Leitung von Erich Rutemöller.

Im Junioren-Bereich aber bleibt fast nichts wie es wahr. «Es ist für mich eine große Herausforderung, eine Mannschaft zu übernehmen, in der talentierte Spieler stehen, die in zwei Jahren bei der WM 2006 der A-Nationalmannschaft angehören können», kommentierte Ex- Nationalspieler Eilts, der zusammen mit Klinsmann und Bierhoff 1996 den EM-Titel holte, seinen Aufstieg. Als Trainer hat der Ex-Bremer bislang keine Erfolge aufzuweisen, die von ihm betreute U19 schied bei der EM in der Schweiz schon in der Vorrunde aus.

Stielike, bislang für die U21 verantwortlich, übernimmt künftig die U20 und die U19. «Man kann mir nichts wegnehmen, weil ich nichts besessen habe. Ich fühle mich nicht degradiert», sagte er. Die weiteren Jahrgänge werden von Horst Hrubesch (U18), Jörg Daniel (U17), Bernd Stöber (U16) und Paul Schomann (U15) trainiert. Mayer-Vorfelder bilanzierte nach dem Treffen: «Das Gespräch hat gezeigt, dass alle Trainer erfolgsorientiert nach vorne blicken und in der Teamarbeit sich gegenseitig unterstützen werden».

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