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Klinsmann freut sich auf Berlin: „Da ist Energie“

Bundestrainer Jürgen Klinsmann und die Nationalspieler freuen sich auf Berlin - Bayer 04 Leverkusen dagegen verzichtet nach der verlorenen Kraftprobe um das WM-Quartier auf ein juristisches Nachspiel mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB).

dpa MÜNCHEN/LEVERKUSEN/BERLIN. Bundestrainer Jürgen Klinsmann und die Nationalspieler freuen sich auf Berlin - Bayer 04 Leverkusen dagegen verzichtet nach der verlorenen Kraftprobe um das WM-Quartier auf ein juristisches Nachspiel mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB).

"Für uns ist eine Klage kein Thema", sagte der Sportbeauftragte der Bayer AG, Meinolf Sprink, nach dem Votum des DFB für die deutsche Hauptstadt und gegen den ursprünglich gewählten WM-Standort am Rhein. Man werde das Votum "sportlich und fair akzeptieren".

Für Klinsmann ist der Erfolg im zeitweise eskalierten Quartier-Streit ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg zum angestrebten Titelgewinn 2006. "Berlin ist in Deutschland die Stadt schlechthin, das ist eine Metropole, da ist Energie, das pulsiert", strich der Bundestrainer in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" die Vorzüge des WM-Standortes heraus. Die Rahmenbedingungen seien ideal, ein Lagerkoller nicht zu befürchten. Die Entscheidung für Berlin solle zudem ein Zeichen sein: "Die Quartierwahl soll auch unser Selbstbewusstsein ausstrahlen."

Auch die Spieler begrüßten das Votum: "Wir wollten optimale Bedingungen, das ist in Berlin gegeben", sagte Kapitän Michael Ballack. Die DFB-Auswahl wird während der WM im Schlosshotel Grunewald logieren und im nur wenige Fahrminuten entfernten Amateurstadion von Hertha BSC trainieren.

Unklar blieb weiterhin, wie die Kompensation des DFB für Bayer Leverkusen aussehen wird. Man habe sich "auf vernünftigem Weg geeinigt", hatte der geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger bei der Bekanntgabe der Quartier-Entscheidung erklärt. Denkbar ist unter anderem die Austragung von lukrativen Länderspielen in Leverkusen. "Ich will mich nicht an Spekulationen beteiligen. Wir werden uns in Ruhe zusammensetzen. Schaun wir mal, was der DFB zu sagen hat", sagte Sprink.

Der DFB hatte während der Amtszeit von Klinsmanns Vorgänger Rudi Völler eine Übereinkunft mit den Leverkusener Verantwortlichen geschlossen, während der WM in der Bayarena zu trainieren. Grundsätzliche Kritik am Vorgehen des Verbandes übte der ehemalige Bayer-Manager Reiner Calmund: "Das Procedere war nicht richtig, das ist nicht ordnungsgemäß abgelaufen."

Die Berliner Polizei hat sich noch nicht zu Sicherheitsvorkehrungen für das Quartier der Nationalmannschaft während der WM geäußert. Was nötig sein werde, müsse erst erläutert werden, sagte ein Sprecher des Vorbereitungsstabs auf Anfrage. Näheres soll es erst Mitte kommenden Jahres geben, sagte der Sprecher. Denkbar ist, dass eine Bannmeile rund um das Quartier im Schlosshotel Grunewald gezogen wird.

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