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Klinsmann holt Bielefelds Owomoyela

Nigerias Fußball-Verband hatte ihn nominiert, doch Jürgen Klinsmann hat das Rennen um Patrick Owomoyela gewonnen. Mit der Einladung für die Asienreise der Nationalmannschaft hat der Bundestrainer ihm die Entscheidung abgenommen, für welches Land er spielen soll.

dpa BIELEFELD. Nigerias Fußball-Verband hatte ihn nominiert, doch Jürgen Klinsmann hat das Rennen um Patrick Owomoyela gewonnen. Mit der Einladung für die Asienreise der Nationalmannschaft hat der Bundestrainer ihm die Entscheidung abgenommen, für welches Land er spielen soll.

"Es liegt auf der Hand, dass ich das deutsche Angebot annehme", sagte der 25-Jährige im dpa-Gespräch nach der Berufung für die Testspielserie in Japan, Südkorea und Thailand: "Ich bin voller Vorfreude und will versuchen, ein schönes Erlebnis mitzunehmen. Aber ich erwarte nichts."

Doch mindestens in einem der drei Spiele - vermutlich gleich zum Auftakt am 16. Dezember in Yokohama - wird der 25 Jahre alte Owomoyela das Trikot mit dem Bundesadler tragen dürfen. Damit wäre der in Hamburg geborene Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers ("Ich bin noch nie in dem Land gewesen") nicht mehr für die "Super Eagles" spielberechtigt. Von Nigerias Verband hatte er bereits eine Einladung für ein Länderspiel am 17. November gegen Südafrika erhalten, "aber ich musste absagen, weil ich noch keine doppelte Staatsbürgerschaft habe".

"Mit der Berufung in den Nationalmannschaftskader wurde er für seine guten Leistungen belohnt, die er in den vergangenen Wochen und Monaten abliefert", sagte Bielefelds Trainer Uwe Rapolder, der seinen Allrounder in den höchsten Tönen als "einen kompletten Profi mit Riesen-Anlagen" lobt. Owomoyelas fußballerisches Vermögen kam allerdings erst nach seinem Wechsel vor anderthalb Jahren auf die Alm zum Vorschein. Bis dato kämpfte er in den Regionalliga-Mannschaften des Lüneburger SK, des VfL Osnabrück und des SC Paderborn vergeblich um den Durchbruch: "Ich habe mir schon Gedanken über ein zweites Standbein gemacht, da kam die Chance aus Bielefeld."

Im vergangenen Aufstiegs-Jahr noch eher in der Rolle des Mitläufers, ist der bis 2006 vertraglich gebundene Owomoyela erst in dieser Saison so richtig durchgestartet. Die "Super-Locke" ("Bild") bestritt alle 15 Punktspiele der Arminia, erzielte drei Treffer und überzeugte vor allem durch seine Vielseitigkeit. "Ich habe vor allem taktisch sehr viel dazugelernt", begründete er den Durchbruch. Ausschlaggebend war auch, dass er von Trainer Rapolder vom offensiven Mittelfeldspieler zum rechten Bindeglied in der Vierer-Abwehrkette umfunktioniert wurde. "Er hat mir gesagt, dass ich hinten noch stärker bin als im Mittelfeld. Und inzwischen bin ich geneigt, ihm zu glauben."

Nicht nur auf dem Platz, auch außerhalb ist Owomoyela ein Allrounder. Seine Fußballer-Laufbahn begann er bei Grün-Weiß Eimsbüttel in Hamburg im Tor, später kickte er in der Jugend des TSV Stellingen zusammen mit dem heutigen Bremer Ivan Klasnic. Nebenbei schaffte es der 1,87 m große Athlet als Basketballer bis in die Regionalliga, absolvierte mit Bravour eine Lehre als Gas- und Wasser- Installateur. Seine "große Leidenschaft" ist das Surfen: "Sehe ich das Meer und Wellen, kribbelt es sofort." Derzeit aber schwimmt Owomoyela auf der perfekten Fußball-Welle.

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