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Klinsmann holt Mertesacker und Hitzlsperger

Jürgen Klinsmann treibt den Jugendstil im DFB-Team konsequent voran. Für die Länderspielreise in den Iran berief der Bundestrainer die „Frischlinge“ Per Mertesacker (20) von Hannover 96 und Thomas Hitzlsperger (22) von Aston Villa erstmals in sein Aufgebot.

dpa FRANKFURT/MAIN. Jürgen Klinsmann treibt den Jugendstil im DFB-Team konsequent voran. Für die Länderspielreise in den Iran berief der Bundestrainer die "Frischlinge" Per Mertesacker (20) von Hannover 96 und Thomas Hitzlsperger (22) von Aston Villa erstmals in sein Aufgebot.

Im 20-köpfigen Team sind gleich acht Spieler 22 Jahre oder jünger. Dagegen verzichtet Klinsmann beim Testspiel am 9. Oktober in Teheran absprachegemäß auf Ex-Kapitän Oliver Kahn, ließ die wieder genesenen Abwehr-Routiniers Jens Nowotny (30) und Christian Wörns (32) unberücksichtigt und verschickte auch an den erstarkten Torjäger Oliver Neuville (31) keine Einladung.

"Es warten 100 000 fußballverrückte Iraner im Azadi-Stadion auf uns, und gerade für unsere jüngeren Spieler wird es ein wichtiger Erfahrungswert, sich in solch einer Atmosphäre durchzusetzen", ließ Klinsmann aus seinem Wohnsitz bei Los Angeles in einer vom DFB verbreiteten Presseerklärung mitteilen. Am 5. Oktober versammelt der 40-Jährige die Mannschaft in München, zwei Tage später reist der Tross in einer Sondermaschine nach Teheran.

Eine Personalie legte der Chefcoach schon jetzt fest. Jens Lehmann vom FC Arsenal soll über die gesamte Spielzeit das deutsche Tor hüten, der Stuttgarter Timo Hildebrand reist als Ersatzkeeper mit. "Platzhirsch" Kahn darf dafür laut Klinsmann "eine Regenerierungswoche in München einlegen".

Auch den EM-Teilnehmern Nowotny und Wörns räumt der Bundestrainer weitere Zeit zur Pflege ein. "Wir lassen diese beiden älteren und etablierten Spieler momentan noch außen vor, da sie noch in der Aufbauphase nach ihren Verletzungen sind", begründete Klinsmann den Entschluss. Derzeit wolle er lieber "jungen Spielern eine Chance geben und vorübergehend hier und da auf einen älteren Hasen verzichten".

Mertesacker erreichte der Anruf des Cheftrainers just am 20. Geburtstag. "Das hat gepasst, ich habe mich riesig gefreut", meinte der Innenverteidiger des Tabellenletzten, der die Personalpolitik Klinsmanns mit großem Interesse verfolgt hat: "Ich habe schon beim Länderspiel gegen Brasilien mitgekriegt, wie Klinsmann auf junge Spieler reagiert. Ohne Druck und mit viel Spaß, das gefällt mir", sagte der Abiturient, der direkt nach der Rückkehr aus dem Iran zum EM-Qualifikationsspiel der U21 am 12. Oktober in Düsseldorf gegen Österreich weitergeleitet wird.

"Mit Per bringen wir ein weiteres großes Abwehrtalent in die A-Mannschaft. Er ist sehr kopfball- und zweikampfstark, hat für sein Alter schon eine enorme Ruhe und eine Übersicht, und er kann das Spiel sehr gut lesen", lobte Klinsmann den Neuling in den höchsten Tönen. Bedenken, dass der momentan seinen Zivildienst leistende Abiturient abheben könnte, hat Klinsmann nicht, "da er ein bodenständiger und sehr intelligenter Spieler ist".

Auch Hitzlsperger sei "reif genug für den Sprung in die A-Mannschaft", so der Bundestrainer. "Thomas ist nicht umsonst seit langem Stammspieler bei Aston Villa. Wir sind uns sicher, dass er sich bei uns sofort zurecht findet", urteilte Klinsmann über den England-Legionär.

Mit Ausnahme von Kahn sowie den verletzten Kevin Kuranyi und Frank Baumann sind im Iran alle Spieler dabei, die vor drei Wochen am 1:1- Achtungserfolg gegen Brasilien beteiligt waren. So erhielten auch die 20-jährigen Robert Huth (FC Chelsea) und Bastian Schweinsteiger (FC Bayern) eine Einladung, obwohl sie derzeit bei ihren Clubs über die Reservisten-Rolle nicht hinaus kommen.

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