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Klinsmann plant weiter mit EM-Spielern

dpa HAMBURG. Jürgen Klinsmann hält sich für seine Personalplanungen alle Optionen offen und verzichtet auf schnelle Konsequenzen aus dem vorzeitigen EM-Ausscheiden.

dpa HAMBURG. Jürgen Klinsmann hält sich für seine Personalplanungen alle Optionen offen und verzichtet auf schnelle Konsequenzen aus dem vorzeitigen EM-Ausscheiden.

Bis auf Jens Jeremies, der von sich aus seinen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verkündet hatte, will der neue Bundestrainer keinen Portugal-Fahrer trotz der teilweise schwachen Vorstellungen bei der Europameisterschaft aus seinem Perspektiv-Kader für die WM 2006 im eigenen Land ausschließen. "Keinem wird die Tür zugeschlagen", erklärte Klinsmann in einem Interview mit dem Fachmagazin "kicker". Der 40-jährige Verantwortliche des DFB-Teams möchte in den kommenden Länderspielen allerdings auch Alternativen testen.

"Meine Intentionen gehen dahin, mit Blick auf die WM 2006 einen Kader von 30, 35 Mann zu bilden und für jeden Spieler ein Leistungsdiagramm zu erarbeiten", berichtete Klinsmann über seine Vorstellungen. Er möchte jedoch seine Aufgebote für jedes Länderspiel auf maximal 20 Spieler begrenzen, "damit jeder die Aussicht auf einen Einsatz hat". Ihren Kader für das Test-Länderspiel am 18. August in Wien gegen Österreich werden Klinsmann und sein Assistent Joachim Löw am 12. August in der Frankfurter Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bekannt geben. Ursprünglich war die Bekanntgabe einen Tag früher geplant gewesen.

Die wichtigste Personalie soll gemeinsam mit dem FC Bayern entschieden werden. Der deutsche Rekordmeister hatte sich gegen ein zu schnelles Comeback des wieder erstarkten Sebastian Deisler in der Nationalelf ausgesprochen. "Mit mir kann man reden", sagte Klinsmann und deutete an, dass er den 24-jährigen Deisler nicht gegen den Willen der Münchner Verantwortlichen für das Jubiläumsspiel des österreichischen Verbandes einladen würde. Im letzten Freundschaftsspiel gegen Österreich kurz vor der WM 2002 hatte sich Deisler schwer am Knie verletzt und war nach zwei Operationen lange ausgefallen.

Der Neu-Gladbacher Christian Ziege sieht seine Zukunft in der Nationalmannschaft als ungewiss. "Wenn Jürgen Klinsmann mich im Kopf hat, wird er sich sicher melden. Oder auch nicht", sagte der 72-malige Nationalspieler nach dem 0:0 von Borussia Mönchengladbach beim Bundesliga-Auftakt in Bielefeld. "Ich habe einfach zu gern im DFB-Team gespielt, als dass ich es einfach hinwerfen würde. Es ist offen", so Ziege, der bei der EM ohne Einsatz geblieben war.

Während Klinsmann das Länderspiel-Programm für das laufende Jahr, das sein Vorgänger Rudi Völler zusammen gestellt hatte, voll übernehmen wird, stellt er die Termine für das Jahr 2005 noch einmal auf den Prüfstand. Vor allem bei der für Dezember 2005 geplante Südamerika-Reise hat sich der 108-malige Nationalspieler noch nicht festlegt. "Ich werde eigene Vorstellungen einbringen. Erst einmal muss ich mich freischwimmen, die aktuelle Situation meistern", sagte Klinsmann, der in Leverkusen mit Ex-Teamchef Völler alle Programmpunkte bis zum WM-Start 2006 gesprochen hatte.

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