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Klinsmann setzt auf Abwehr-Neulinge

Der eine nähert sich als Spätstarter der Ziellinie, der andere ist im Eiltempo in der Nationalmannschaft angekommen. Der Bremer Frank Fahrenhorst (26) und Junior Robert Huth (19) hoffen in Wien auf ihr Debüt als A-Nationalspieler.

dpa WIEN. Der eine nähert sich als Spätstarter der Ziellinie, der andere ist im Eiltempo in der Nationalmannschaft angekommen. Der Bremer Frank Fahrenhorst (26) und Junior Robert Huth (19) hoffen in Wien auf ihr Debüt als A-Nationalspieler.

"Die Chancen sind für beide da. Beide sind zweikampfstark, können auch ein Spiel eröffnen", erklärte Neu-Bundestrainer Jürgen Klinsmann. "So eine Möglichkeit kommt nicht so oft, diese Chance muss man nutzen", erklärte Huth, der eigentlich in der "U 21" einen Test gegen Litauen bestreiten sollte. "Es ist eine große Herausforderung", betonte Fahrenhorst. Der Ex-Bochumer war schon für die EM in Portugal ein Kandidat. Sein jüngerer Abwehr-Kollege vom europäischen Spitzenclub FC Chelsea erlebte bei der Junioren-EM im eigenen Land mit der verpassten Olympia-Qualifikation eine große Enttäuschung.

Schon als 16-Jähriger war der Berliner Huth den Chelsea-Spähern aufgefallen. Und trotz der immer mehr Millionen-Stars, die Roman Abramowitsch Jahr für Jahr zum Londoner Verein lockte, setzte sich der Junge aus Germany durch: Am 11. Mai 2002 debütierte er als 17-Jähriger gegen Aston Villa in der Premier League, am 23. September 2002 stand er erstmals in der Anfangsformation. "In der vergangenen Saison habe ich insgesamt 22 Spiele gemacht", berichtete Huth über sein bemerkenswertes Arbeitspensum.

Für die kommende Spielzeit unter dem neuen Coach José Maurinho sieht der stämmige Verteidiger - über 1,90 Meter groß und 88 Kilo schwer - sogar noch bessere Perspektiven. "Der neue Trainer gibt jedem eine Chance", erzählte Huth, der direkt aus der Jugend-Abteilung von Union Berlin nach London gewechselt war. Vor vier Wochen unterzeichnete er beim englischen Vizemeister einen neuen, verbesserten Kontrakt - bis zum Sommer 2008.

Im Ernst-Happel-Stadion werden nicht nur die Familie und die Freundin sitzen, auch Freunde aus Berlin kommen extra eingeflogen, um die möglichen ersten Huth-Minuten in der DFB-Elf nicht zu verpassen. "Das ist natürlich eine besondere Sache", meinte der Londoner. Während Huth auf einen Kurzeinsatz in den Schlussminuten hofft, rechnet sich Fahrenhorst einen Platz in der Startformation aus. "Das könnte gut passieren", bestätigte Klinsmann in Wien.

"Ich glaube, wir verstehen uns ganz gut und haben einen guten Weg vor uns", sagte Fahrenhorst, der über die Stationen Hamm, Bönen, Nordbögge dann 1994 nach Bochum gekommen war. Nach 108 Bundesliga-Spielen und einigen Einsätzen in der DFB-Perspektiv-Elf könnte er nun erstmals zusammen mit Aushilfskraft Thomas Linke vom FC Bayern die Innenverteidigung des Vizeweltmeisters bilden. Über seine Chancen für die WM 2006 habe er noch gar nicht groß nachgedacht, meinte Fahrenhorst. Viel wichtiger war ihm die Feststellung: "Die Arbeit hier macht sehr viel Spaß".

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