Archiv
Klinsmann setzt weiter auf die Jugend

Jürgen Klinsmann hat nach dem Ausfall von Abwehrspieler Frank Fahrenhorst den erfahrenen Christian Wörns zurück geholt - doch Vorrang genießt beim Bundestrainer auch bei seiner dritten Länderspiel-Mission das Wohl der jüngeren Garde.

dpa BERLIN. Jürgen Klinsmann hat nach dem Ausfall von Abwehrspieler Frank Fahrenhorst den erfahrenen Christian Wörns zurück geholt - doch Vorrang genießt beim Bundestrainer auch bei seiner dritten Länderspiel-Mission das Wohl der jüngeren Garde.

So warb der Chef der DFB-Elf in London beim FC Chelsea persönlich für die Qualitäten des 20-jährigen Robert Huth, der zuletzt im DFB-Trikot gegen Brasilien (1:1) für Deutschland geglänzt hatte, beim englischen Spitzenclub aber über eine Reserverolle nicht hinaus kommt. Es gehe um ein "Grundsatzgespräch", berichtete Klinsmann-Assistent Joachim Löw zum Grund für den Besuch des Chelsea-Heimspiels gegen den FC Liverpool: "Welche Perspektiven gibt es für Robert in London?"

Für das Freundschaftsspiel in Teheran gegen den Iran gilt Huth als gesetzt. Denn für die neue sportliche Führung heißt es weiter: Jugend voran. Während gestandene Profis wie der Gladbacher Oliver Neuville (31 Jahre/am Wochenende 6. Saisontor) oder Dietmar Hamann (31/"Die WM 2006 ist mein großes Ziel") im Wartestand bleiben, dürfen die Youngster Per Mertesacker (20/Hannover) und Thomas Hitzlsperger (22/Aston Villa) gleich bei ihrer ersten Begegnung mit der Nationalmannschaft mit dem Debüt rechnen. "Wenn man sie dabei hat, möchte man ihnen auch gern die Chance geben", sagte Löw. Eine Einsatz-Garantie gab es aber nicht: "Wir wollen natürlich auch die Trainings-Eindrücke abwarten."

Auch der 33-jährige Wörns, der im "Azadi Sports Stadium" von Teheran sein 60. Länderspiel bestreiten kann, hat seine Rückkehr nur einem Nasenbeinbruch des Bremers Frank Fahrenhorst zu verdanken. "Wir hatten zuvor mit Christian gesprochen, dass wir noch einige junge Leute testen wollen. Durch den Ausfall von Fahrenhorst hatten wir aber nur noch zwei Innenverteidiger", berichtete Löw. Und da habe für den Dortmunder Wörns den Ausschlag gegeben, dass er nach seiner Achillessehnen-Entzündung schon wieder "voll im Spielrhythmus ist" (Löw), während der Berliner Arne Friedrich (erst ein Spiel) und der Leverkusener Jens Nowotny (zwei Partien) erst kurz zurück sind.

Klinsmann sieht die Partie in Iran nicht nur als "weiteres Vorbereitungsspiel auf die WM 2006", sondern ordnet der Reise gerade für die junge Garde auch einen hohen Erfahrungswert zu. "Man wird mit einer ganz anderen Welt konfrontiert. Es erwarten uns dort 100 000 Zuschauer im Stadion, das kann sich im Moment bildlich noch gar keiner vorstellen. Ich kann mir aber denken, dass da richtig der Teufel los sein wird. Darauf muss man sich einstellen", betonte der Bundestrainer und verwies auf eigene Erfahrungen: "Wir haben 1998 gegen die Iraner bei der WM gespielt und richtig große Probleme gehabt. Das wird alles andere als eine einfache Sache. Wir werden schon in München versuchen, die Spieler darauf einzustellen."

Ab dem 5. Oktober versammelt Klinsmann die 20 Auserwählten im Hotel Hilton Park beim Englischen Garten. "Wir werden wie schon bei den zwei vorhergehenden Spielen erneut einen Trainingsschwerpunkt setzen", kündigte Löw an, ohne Details zu verraten. Das Team wird sich auch intensiv mit dem Gegner beschäftigen, "denn der ist ja nicht so richtig einzuschätzen", so der Klinsmann-Assistent. Aus den jüngsten Spielen nehmen die DFB-Trainer positive Signale mit: "Die Stuttgarter sind gut drauf, Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger zeigten gute Form, und die Trefferquote von Miroslav Klose spricht für sich", meinte Löw. Der Neu-Bremer könnte im Sturm den verletzten Stuttgarter Kevin Kuranyi, der in den zwei Partien unter Klinsmann alle vier Tore erzielt hatte, ersetzen.

Der Neu-Bremer Klose, der nach der Partie gegen die Bayern noch mit Oliver Kahn über dessen erregte Reaktion nach einem Zweikampf gesprochen hatte, freut sich schon auf die Reise mit der Nationalelf: "Da haben wir wieder etwas zu flachsen." Kahn ist allerdings nicht dabei, der Münchner nimmt eine Auszeit und tritt seinen Platz im Tor an seinen Rivalen Jens Lehmann ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%