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Klinsmanns Aufbruch mit Hindernissen

dpa BERLIN. Es wird ein Aufbruch mit Hindernissen: Schon vor seiner ersten Nominierung ist Neu-Bundestrainer Jürgen Klinsmann von den alten Sorgen, Zwängen und Nöten des deutschen Fußballs eingeholt worden.

dpa BERLIN. Es wird ein Aufbruch mit Hindernissen: Schon vor seiner ersten Nominierung ist Neu-Bundestrainer Jürgen Klinsmann von den alten Sorgen, Zwängen und Nöten des deutschen Fußballs eingeholt worden.

Wenn der 40-jährige Klinsmann im DFB - Hauptquartier in Frankfurt (Main) den mit Spannung erwarteten 19- oder 20-köpfigen Kader für sein Trainer-Debüt am 18. August in Wien gegen Österreich bekannt geben wird, kann Vieles trotz Klinsmanns angestrebter "Erneuerungswelle" in die Kategorie "altbekannt" eingeordnet werden.

Spieler, Betreuer - alles fast wie bei der EM in Portugal. "Wir können keinen 17-Jährigen aus dem Ärmel ziehen, müssen im Großen und Ganzen mit den Spielern auskommen, die uns Rudi Völler hinterlassen hat", sagte Klinsmann der "Sport Bild". Auch das Comeback von Sebastian Deisler, derzeit an einer leichten Grippe erkrankt, ist verschoben. "Ich sehe Deisler voller Freude. Aber ich werde auf Uli und Felix hören", erklärte der Bundestrainer zum Kompromiss mit dem FC Bayern.

Manager Uli Hoeneß und Trainer Felix Magath hatten mit Hinweis auf einen behutsamen Aufbau von Deisler gefordert, auf den 24-Jährigen für das Österreich-Spiel zu verzichten. Auch für den möglichen Debütanten Andreas Görlitz bat der Branchenführer um Schonfrist. Andererseits steht Klinsmann in der öffentlichen Erwartung, wenigstens ein neues, junges Gesicht zu präsentieren.

Im DFB-Tross, der sich wie ebenfalls seit Jahren üblich in Neu-Isenburg versammelt, werden von den bekannten Gesichtern nur Völler, dessen Assistent Michael Skibbe und Organisations-Manager Bernd Pfaff fehlen. Ansonsten greift das neue Führungs-Trio Klinsmann, Oliver Bierhoff und Joachim Löw auf Bewährtes zurück. So sollen die Assistenztrainer Erich Rutemöller und Sepp Maier ebenso mit nach Österreich reisen wie der seit Jahren unveränderte medizinische Stab und die Teambetreuer.

"Ich kremple nicht alles um", verriet Klinsmann. Eine kurzfristige Veränderung aber nahm er in der Reiseplanung vor. Nach dem Spiel bleibt der gesamte DFB-Tross zur Lagebesprechung eine weitere Nacht in Wien und fliegt nicht - wie ursprünglich vorgesehen und unter Völler üblich - unmittelbar nach Spielschluss wieder nach Hause.

Unverändert hingegen wird Oliver Kahn weiter als DFB-Kapitän fungieren. "Ich schätze ihn total, habe viel Respekt und Hochachtung vor ihm", meinte der Bundestrainer. Von den 30 bis 35 Akteuren, die Klinsmann auf einer Perspektiv-Liste zusammengefasst hat, fehlen in Österreich die verletzten Christian Wörns (Dortmund), Bastian Scheinsteiger (Bayern) und Benjamin Lauth (HSV). Weitere Akteure wie Miroslav Klose (Bremen), Paul Freier (Leverkusen), Sebastian Kehl (Dortmund) oder Lukas Podolski (Köln) laufen ihrer Form noch meilenweit hinterher. Podolskis Jahr in der 2. Liga bezeichnete Klinsmann insgesamt als "keine einfache Geschichte". Die beiden Stuttgarter Kevin Kuranyi und Philipp Lahm, in der Nationalelf feste Größen, saßen beim Bundesliga-Start sogar nur auf der Bank.

Neben Verletzungen, Formschwächen und Club-Zwängen ist die erste Nominierung auch mit verbalen Attacken von außen begleitet. Der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) gravierende Fehlentwicklungen vorgeworfen und den aktuellen Nationalspielern die nötige Willenskraft abgesprochen. Vor allem in der Trainer-Ausbildung seien Kreativität und Flexibilität nicht mehr vorhanden, monierte Vogts.

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