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Klinsmanns Garantie: Mit Kahn gegen Brasilien

Jürgen Klinsmann gibt Oliver Kahn die Chance auf eine persönliche WM-Revanche gegen Brasilien, doch ausgerechnet in der Abwehr plagen den Bundestrainer vor dem Duell mit Ronaldo & Co. die größten Sorgen.

dpa BERLIN. Jürgen Klinsmann gibt Oliver Kahn die Chance auf eine persönliche WM-Revanche gegen Brasilien, doch ausgerechnet in der Abwehr plagen den Bundestrainer vor dem Duell mit Ronaldo & Co. die größten Sorgen.

Nach Arne Friedrich und Jens Nowotny sagte auch Christian Wörns als dritte Defensiv-Stammkraft seine Teilnahme am Fußball-Klassiker am 8. September im ausverkauften Berliner Olympiastadion ab. Der 32-Jährige, der nach zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback im Trikot von Borussia Dortmund gegeben hatte, klagt erneut über Achillessehnen-Beschwerden.

"Das ist absolut kein Beinbruch, da müssen wir eben improvisieren", urteilte Klinsmann in Berlin bei der Vorstellung seines 20-köpfigen Aufgebots, in dem außer Debütant Andreas Görlitz und Rückkehrer Sebastian Deisler alle Spieler auch schon vor zwei Wochen beim 3:1 in Österreich die neue Bundestrainer-Ära eingeläutet hatten.

"Es fehlen jetzt zwar in der Abwehr einige wichtige Leute, aber das gibt auch den anderen die Chance, vorzupreschen", sagte Klinsmann mit Blick auf Frank Fahrenhorst (Werder Bremen) und Robert Huth (FC Chelsea), die in Wien zu ihren Länderspiel-Premieren gekommen waren. Der 34-Jährige Münchner Thomas Linke stand als erneute Aushilfe wie in Wien nicht mehr zur Verfügung. "Thomas werden wir nicht mehr umstimmen können, das haben wir versucht", meinte Klinsmann.

Aus dem Wien-Kader fehlt außer Friedrich und Nowotny nur noch der Stuttgarter Torhüter Timo Hildebrand. Im Gerangel um die Nummer eins schaffte Klinsmann bereits vor dem Zusammentreffen in Berlin mit der Einsatzgarantie für Kahn klare Verhältnisse. "Er wird 90 Minuten spielen", sagte der 40-Jährige. Im WM-Finale von Yokohama hatte der damals noch mit der Kapitänsbinde ausgestattete Kahn nach einem grandiosen Turnier mit einem Patzer die 0:2-Niederlage gegen Brasilien eingeleitet.

Im Fall Deisler will Klinsmann erst die sechs Trainingseinheiten abwarten, ehe er über das Comeback entscheidet. Er habe sich trotz der Bedenken von Bayern-Trainer Felix Magath zur Nominierung des 24-Jährigen entschlossen, "weil es uns wichtig ist, dass Sebastian jetzt zur Gruppe stößt und sich menschlich in die Nationalmannschaft einfindet". Deisler selbst, der sein letztes Länderspiel am 6. September 2003 beim 0:0 auf Island absolvierte, brennt indes auf seine Rückkehr. "Ich freue mich, dass ich dabei bin. Dass es ausgerechnet gegen Brasilien passiert, ist ein besonderes Zuckerchen", sagte der Mittelfeldspieler, der in Berlin nicht nur trainieren will: "Ich bin mit Sicherheit noch nicht hundertprozentig fit, aber jedes Spiel bringt mich weiter."

Zuvor muss sich Deisler wie alle anderen einem Leistungstest durch ein amerikanisches Expertenteam unterziehen. Klinsmann und Team-Manager Oliver Bierhoff verteidigten die ungewohnte Maßnahme und kündigten für die Zukunft weitere Schritte an, die den Bundesliga-Machern fremd sein dürften. "Das hat überhaupt nichts mit Skepsis gegenüber den deutschen Ärzten zu tun. Wir müssen einfach mal über den eigenen Tellerrand schauen, das wird in der Wirtschaft längst getan", meinte Bierhoff.

"Für uns ist der Meinungsaustausch mit anderen Trainern und anderen Sportarten sehr wichtig", betonte Klinsmann, das auf Honorarbasis engagierte US-Trio bestehe aus "absoluten Fachleuten". Der Bundestrainer betonte aber auch, dass die ermittelten Daten "überhaupt keine Auswirkungen" auf die Mannschaftsaufstellung hätten, sondern der langfristigen Analyse dienen würden.

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