Klitschko sauer
Lennox Lewis vertröstet Vitali Klitschko

Der Herausforderer hat erneut das Nachsehen. Vitali Klitschko (Ukraine) muss auf die ihm zugesicherte WM-Revanche gegen Schwergewichts-Box-Weltmeister Lennox Lewis (Großbritannien) länger warten, als ihm lieb ist. Der 37-jährige Brite ließ seinen Anwalt am Montag dem Chef des Hamburger Universum-Stalles Klaus-Peter Kohl mitteilen, dass er sich nicht in der Lage sehe, die Vorbereitungen auf ein für den 6. Dezember terminiertes Rematch zu beginnen. "Das ist schade. Wir machen jetzt eine Planung und schauen, was für uns das Sinnvollste ist", sagte Kohl.

HB/dpa SCHWERIN. Klitschko selbst nahm Lewis' neuerliche Verzögerungstaktik - der Brite hatte bereits vor der Erstauflage auf Zeit gespielt - nicht so gelassen hin. Er sei schon überrascht, dass Lewis zu dem vereinbarten Zeitpunkt nicht antreten wolle. "Immerhin hat er von mir Untersuchungen bei Spezialisten verlangt, die belegen, dass mein Cut zugewachsen ist. Anscheinend hat er mehr Respekt vor mir als angedeutet. Ich finde es sehr schade und kann nur sagen, dass ich bereit bin", meinte der in Los Angeles lebende Schwergewichtler. Er musste schon um das Zustandekommen des ersten Matches zwischen beiden Kontrahenten monatelang kämpfen.

Klitschko hatte das Duell um den WM-Titel im Schwergewicht nach Version des World Boxing Councils (WBC) gegen den Olympiasieger von 1988 in der Nacht zum 22. Juni in Los Angeles durch einen verletzungsbedingten Abbruch in der 6. Runde verloren. Für Lewis war es der 41. Sieg im 44. Profikampf. Er erhielt fünf Mill. Dollar als Garantiebörse, während sich Klitschko mit 1,4 Mill. Dollar über die zweite Niederlage in seinem 34. Kampf hinwegtrösten durfte.

Nach dem umstrittenen Urteil lag der Ukrainer allerdings auf allen drei Punktzetteln mit 58:56 vorn. Wegen einer sechs Zentimeter langen Risswunde über dem linken Auge hatte der Referee den Kampf jedoch gestoppt. Klitschko zog sich insgesamt fünf Cuts in der linken Gesichtshälfte zu, die mit 60 Stichen genäht werden mussten. In der Folge hatte ein unabhängiger Hautexperte dem ehemaligen Weltmeister der World Boxing Organization (WBO), wie von Lewis gefordert, am 21. Juli bescheinigt, die Narben seien hervorragend verheilt und er könne sofort wieder trainieren und auch boxen. Dem geplanten Rematch hätte somit aus dermatologischer Sicht nichts mehr im Wege gestanden.

In der Rangliste des Weltverbandes WBC wird Klitschko weiterhin an Nummer zwei geführt. Diese Position wird er möglicherweise noch vor dem für das kommende Jahr anberaumten Rematch gegen Lewis verteidigen. "Vielleicht machen wir jetzt mit Vitali einen Kampf zwischendurch, bevor es im nächsten Jahr zum Showdown mit Lennox Lewis kommt", bestätigte Kohl entsprechende Überlegungen.

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