Klöden belegt bei der Tour de France den zweiten Platz
Armstrong schreibt Radsport-Geschichte

Lance Armstrong hat am Sonntag zum sechsten mal in Serie die Tour de France gewonnen und damit Radsport-Geschichte geschrieben. Er sorgte mit dem Sieg für einen Rekord in der 101-jährigen Historie des bedeutendsten Radrennens der Welt. Andreas Klöden belegte den zweiten Platz.

HB PARIS. Am Ende seiner unvergleichlichen Triumphfahrt hatte der 32- jährige Texaner nach insgesamt 3391 km die große Tour-Überraschung Andreas Klöden mit 6:38 Minuten Rückstand auf den sonst für Jan Ullrich reservierten zweiten Platz verwiesen. Der 30-jährige Olympiasieger, der gemessen an seinen hohen Ansprüchen und Möglichkeiten enttäuschte, belegte den vierten Rang (9:09) hinter dem Italiener Ivan Basso (6:59 zurück). In den Geschichtsbüchern ließ Armstrong die Fünffach-Sieger Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain mühelos hinter sich. "Mit diesem Sieg gehe ich in die Geschichte", sagte Armstrong, der durch seine Kompromisslosigkeit zum neuen "Kannibalen" wurde, aber noch nicht weiß, ob er im nächsten Jahr noch ein Mal zurückkommt.

Die letzte Etappe der 91. Tour de France über 163 km von Montereau auf die von über 100 000 Zuschauern gesäumten Champs Elysees in Paris gewann der Belgier Tom Boonen vor Jean-Patrick Nazon (Frankreich) und Danielo Hondo (Cottbus). Der Gewinner des Grünen Trikots, Robbie McEwen (Australien), hatte im finalen Spurt ebenso keine Chance wie Erik Zabel. Der Berliner, sechsfacher Gewinner des Grünen Trikots und insgesamt 12facher Etappengewinner, wurde am Sonntag Fünfter und ging damit wie im Vorjahr leer aus. Richard Virenque schaffte wie Armstrong auch einen Tour-Rekord: Der umstrittene Franzose holte sich zum siebenten Mal das Bergtrikot. Die Gastgeber konnten sich auch über die zehntägige Fahrt in Gelb des couragierten Landesmeisters Thomas Voeckler freuen.

Die Bilanz des T-Mobile-Teams war an den hohen Erwartungen gemessen bescheiden: Das herausragende Ergebnis war Klödens sensationeller zweiter Rang. Der Sieg in der Mannschaftswertung wurde eher als Trostpreis empfunden, der über das Scheitern Ullrichs nicht hinweghelfen konnte. "Natürlich bin ich traurig, dass es mit dem Podium nicht geklappt hat. Aber ich freue mich für Klöden. Meine Erkältung zu Tour-Beginn ließ keine bessere Platzierung zu, aber ich komme wieder", sagte Ullrich, der von seinem Team-Manager Walter Godefroot harsche Kritik einstecken musste.

Aussagen Godefroots gegen Ullrich und dessen persönlichen Betreuer Rudy Pevenage sorgten im T-Mobile-Lager für Unfrieden am Finaltag. "Mir persönlich gegenüber hat er sich noch nicht geäußert", hatte Ullrich am Samstag nach seinem zweiten Platz im Einzelzeitfahren hinter Armstrong erklärt, der damit seinen insgesamt sechsten Etappensieg gefeiert hatte. "Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammen setzen", sagte Godefroot am Sonntag.

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