Kloiber plant neuen Sender
Tele-München-Gruppe mit Rekordgewinn nach tm3-Verkauf

Die Tele München Gruppe (TMG) des Medienunternehmers Herbert Kloiber hat im abgelaufenen Jahr vor allem wegen des Verkaufs der Beteiligung an dem Sender tm3 bei einem Umsatz von 424 Mill. DM einen Jahresüberschuss von 344 Mill. DM erzielt.

Reuters MÜNCHEN. Das sei das beste Ergebnis in der 30-jährigen Geschichte des Unternehmens, teilte TMG am Donnerstag mit, ohne jedoch Vergleichszahlen zu nennen. Mit Investitionen von mehr als 300 Mill. DM in die Filmbibliothek habe TMG ihre Position als zweitgrößter deutscher Filmrechtehändler nach der Kirch-Gruppe gefestigt.

Durch den Verkauf ihres 34-prozentigen tm3-Anteils an die News Corp des Medienunternehmers Rupert Murdoch hatte TMG im Jahr 2000 nach früheren Angaben des Großaktionärs EM.TV & Merchandising AG rund 350 Mill. DM erlöst. EM.TV hält an TMG derzeit 45 %, muss diesen Anteil aber wahrscheinlich aus kartellrechtlichen Gründen im Zuge der geplanten Beteiligung der Kirch-Gruppe bei EM.TV abgeben. Er gehe davon aus, dass das Kartellamt dem Medienunternehmen den Verkauf seiner TMG-Anteile nahe lege, sagte Kloiber im Gespräch mit Reuters am Donnerstag. Er selbst sei jedoch nicht an einer Übernahme interessiert: "Das ist nicht der Fall." Es gebe diesbezüglich auch keine Gespräche mit EM.TV oder Kirch.

Der Verkauf des 45-prozentigen TMG-Anteils von EM.TV bedarf nach Kloibers Worten seiner Zustimmung. Welche Voraussetzungen hierfür nötig seien oder welcher Bedingungen ein künftiger Anteilseigner erfüllen müsse, wollte der TMG-Chef nicht sagen.

Nach dem Muster der Sendergründungen tm3, Tele fünf und RTL II plant Kloiber nun einen neuen Sender mit dem Arbeitstitel TM.TV, der vor allem Action-Serien digital anbieten soll. Der neue Sender, dessen Start ursprünglich für Juni geplant gewesen sei, werde nun frühestens im vierten Quartal 2001 starten, sagte Kloiber und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland". Die geplanten Anlaufkosten lägen bei 300 Mill. DM, der operative Verlust werde 2002 voraussichtlich rund 75 Mill. DM betragen. Tele München wolle das Projekt zunächst allein auf die Beine stellen, langfristig sei der Einstieg eines Partners aber nicht auszuschließen.

TM.TV habe bereits die Genehmigung der Medienkontrollkommission KEK sowie der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten erhalten, erläuterte Kloiber. Für April rechne er mit der noch ausstehenden Zustimmung der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM). Der neue Sender solle bundesweit per Satellit, Kabel und möglicherweise auch Antenne zu empfangen sein.

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