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Klose in der Krise: „Der Ball fliegt rechts, ich laufe links“

Miroslav Klose hat schon bessere Zeiten erlebt. Aber er ist Stürmer und geht - wie Fußballer es ausdrücken - auch dahin, wo es wehtut. So stellt er sich auch in diesen Tagen, da seine Probleme immer offensichtlicher werden, den Fragen und weicht nicht aus.

dpa MAILAND. Miroslav Klose hat schon bessere Zeiten erlebt. Aber er ist Stürmer und geht - wie Fußballer es ausdrücken - auch dahin, wo es wehtut. So stellt er sich auch in diesen Tagen, da seine Probleme immer offensichtlicher werden, den Fragen und weicht nicht aus.

"Es läuft noch nicht", sagte der Neu-Bremer vor dem Champions- League-Auftakt seines Clubs bei Inter Mailand: "Ich muss meine Form schnell finden." Dem aus Kaiserslautern gekommenen Angreifer ist klar, dass er sich in einer Krise befindet und er als teuerster Transfer in der Geschichte von Werder Bremen besonders kritisch beobachtet wird.

Die unbeschwerten Tage, als er von der SG Blaubach-Diedelkopf bis in die Bundesliga stürmte und von dort gleich weiter in die Nationalmannschaft, sind vorbei. Die Erinnerung an die Schlagzeilen nach seinen fünf Toren bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren sind verblasst. Inzwischen wird er bereits als "Flop" und "Fehleinkauf" bezeichnet. "Wir wissen, wie die Mechanismen des Geschäfts sind", sagte Trainer Thomas Schaaf. "Da müssen wir ruhig bleiben."

Klose wird an den Mill. gemessen, die sein Transfer und sein Gehalt kosten. Und natürlich an seinem Vorgänger Ailton. Der umtriebige Brasilianer war mit seinen vielen Treffern und seinem eigenartigen Witz der Liebling der Bremer Fans. Allerdings nicht von Anfang an. "So, wie wir ihn letztes Jahr gesehen haben, haben wir ihn ja auch nicht immer erlebt", erinnerte Schaaf an Ailtons Wartezeit auf der Tribüne des Weserstadions.

Manager Klaus Allofs mahnte deshalb, "dass wir dem Miro genauso viel Zeit lassen müssen wie sie Ailton hatte". Mit nur einem Tor in vier Bundesligaspielen ist Klose bisher weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Unumwunden hatte Schaaf nach der Gladbach-Partie gesagt: "Miro kann besser spielen und wir erhoffen uns eine bessere Leistung von ihm." Die Suche nach den Ursachen fällt hingegen schwer. "Ich weiß nicht, woran es liegt", sagte der 26-Jährige und fügte an: "Mir fehlt ein wenig das Glück. Wenn der Ball nach rechts fliegt, laufe ich nach links. Deshalb stehe ich oft bei den Flanken falsch."

Für Werder stellt sich die Frage, wie der Verein seinen vermeintlich wertvollsten Einkauf am besten schützen und ihm weiterhelfen kann. Setzt Schaaf ihn weiter in der Startelf ein, wird das Problem bei weiteren Misserfolgen noch größer. Lässt er ihn in den nächsten Spielen zunächst auf der Bank, kann Klose keine Spielpraxis gewinnen und sich nicht an das Spiel des Meisters gewöhnen.

"Wir werden ihn nicht mit unserem Druck erdrücken und dürfen uns nicht verrückt machen lassen, denn wir glauben an seine Qualität und an seine Klasse", sagte Schaaf. Der Coach verwies darauf, dass die gesamte Mannschaft Probleme hat und von der Form des Meisterjahres weit entfernt ist. Gerade Klose sei auf Pässe und Flanken angewiesen: "Wir müssen berücksichtigen, womit unsere Stürmer gefüttert werden."

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